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Samstag, 21. August 2010

Tokyo, Teil 4 - Buck-Tick

Ich weiß nicht, wer sich erinnert, aber in meinem Post über den Besuch des Sumiyoshi Taishas, hatte ich wie folgt angedeutet:
"Es war der 7. März [2009] und der Tag hatte nicht wirklich gut angefangen. Aber das ist eine andere Geschichte."
Und an dieser Stelle möchte ich die Geschichte gern erzählen.
Sie geht etwas weiter zurück. Denn als ich mich entschieden hatte, verfrüht nach Hause zurückzukehren, musste ich mich auch für ein Rückflugdatum entscheiden. Es gab eine Sache, die ich gern noch machen wollte, bevor es zurück ging: Einmal meine Lieblingsband live sehen.
Buck-Tick hatten kürzlich ein neues Album rausgebracht, und als feststand, dass der Tour Auftakt am 3. April im Großraum Tokyo stattfinden sollte, stand auch für mich fest, dass dies ein krönender Abschluss meines Aufenthaltens werden würde.
Ich hatte also mein Rückflugdatum auf Samstag, den 4. April gelegt, und stand am Tag des Starts für den Ticketverkauf extra früh auf. Dieser sollte um punkt 10 Uhr vormittags des 7. März anfangen, online.
Ich loggte mich ein, eigentlich zeitig genug, doch ich hatte keine Chance. Die Seite war so überlastet von den ganzen Leuten, die scheinbar auch ein Ticket wollten. 404
Also: Aktualisieren. Aktualisieren. Aktualisieren. Atualisieren. Aktualisieren, aktualisieren, aktualisieren....
Und als die Seite für mich wieder verfügbar war, waren alle Tickets für die "Premiere" weg.
Ich sag euch, in dem Moment mochte ich die Japaner nicht. Die hätten doch genau so gut ein späteres Konzert besuchen können. Ärsche!
Nunja, aufgeben wollte ich allerdings nicht. Also ging ich in den nächsten Wochen immer wieder auf Yahoo Auctions (eBay Japan gibt's nämlich nicht) und schließlich wurde ich fündig. Natürlich hätte ich die Auktion erst noch gewinnen müssen, doch diese Chance hab ich gar nicht erst gekriegt.
Ich meldete mich an, wollte bieten, doch nix da! Europäische Kreditkarten nehmen die nicht!
Scheisse! Verdammt! Ärsche!
Aber eine letzte Möglichkeit blieb mir ja noch.

Spulen wir mal vor zum 3. April.
Ich war ohnehin in Tokyo und ich hatte mir gesagt: Nu fährste hin zur Konzertlocation und wer weiß, vielleicht ist die Freundin von jemand krank geworden und der verkauft jetzt das extra Ticket oder so. You never know. Wirklich dran geglaubt habe ich nicht, aber wenigsten ein bisschem Merchandise wollte ich abstauben.
Gesagt, getan stand ich etwas später um ein T-Shirt reicher herum, als auch die Prinzessin nachkam. Sie hatte zuvor noch zu tun gehabt. Ich weiß nicht mehr was.
Also standen wir da und hielten gemeinsam Ausschau. Meine Begleitung hatte aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen riesigen Durst und als sie grade wieder am Automaten stand, schielte ich zu einem Tisch rüber, der grade aufgebaut worden war nahe des Merchandiseverkaufes.
"Was sind denn das für Schilder?", fragte ich mich "Und wozu soll der Tisch überhaupt gut sein?"
Ich versuchte denn Text zu entziffern, traute meinen eigenen Japanischkenntnissen in diesem Moment nicht und wurde plötzlich ganz hibbelig. Aufgeregt rief ich die Prinzessin zu mir und bat sie, meinen verdacht zu bestätigen. Ganz sicher war sie sich aber auch nicht, und so blieb mir nur nachzufragen.
Und was soll ich sagen; Mütter haben eben immer recht. "Vielleicht gibt es ja ne Abendkasse", hatte sie gesagt. Und ich hatte ihr nicht geglaubt. Abendkasse bei nem Rockkonzert?! Es war doch ausverkauft!
Aber tatsächlich! Wir haben zwei Tickets bekommen und sie waren nur so 300 Yen teurer als normal.
Danach hieß es nur noch warten. Wir kauften uns noch was zu essen und liefen ein bisschen in der nähe rum. Bei der Gelegenheit machte ich auch ein Foto vom Tour Wagen:



Leider ein bisschen dunkel, ich weiß. War eben schon abends.
Aber hier nochmal heller, dafür verwackelt:




Ja, und dann fing der Einlass an und es folgte die nächste Überraschung. Denn unsere Plätze waren sogar richtig gut. Weiter vorn wär natürlich noch besser gewesen, aber wir saßen mittig und hatten freie Aussicht auf die Bühne.
Bevor die Show anfing, machten wir noch Bekanntschaft mit meinem Sitznachbarn. Er hatte uns angesprochen und gefragt, ob wir Buck-Tick Fans seien... Er war so... ich weiß nicht, von der Kleidung her würde ich ihn höchstens auf Enddreißiger schätzen, aber er sah so verbraucht aus irgendwie. Für einen Japaner richtig alt...
Nun, er meinte auf jeden Fall, dass er von Anfang an Fan der Band gewesen war und sie auch persönlich kannte. Das er sie getroffen hat konnte er mit Fotos beweisen. Ob er wirklich mit ihnen befreundet ist, will ich nicht beurteilen, aber ein bisschen Stalker Flair hatte er schon.

Nun, das Konzert fing an und es war wirklich berauschend. Tolle Licht- und Bühnenshow, die man aber erlebt haben muss. Viele tolle Songs, hauptsächlich vom aktuellen Album, memento mori, aber auch "alte Hits", wie zum Beispiel Shanikusai, einer meiner Favoriten.
Und vor allem; Sakurai Atsushi gehört zu den Sängern, die auch auf der Bühne nach viel Bewegung die Töne noch treffen (was man wirklich nicht von allen Rock Acts sagen kann).

Das Konzert war zu Ende und ich war glücklich. Jetzt musste ich nur noch nach Hause und packen.


Nächstes Mal: Der Rückflug und mein erster Tag zurück in Deutschland.


Musik: Buck-Tick -Dokudanjou Beauty




(Ich glaub, ohne Frau würde mir das Video besser gefallen)

Mittwoch, 18. August 2010

Tokyo, Teil 2 - Vom "Hanami", von Asakusa und Ueno

Nachdem ich den ersten Tag allein in Tokyo verbracht hatte, begleitete ich die Damen am 29. zum "Hanami". Es war die Lehrerin, die bereits das Bounenkai veranstaltet hatte, die auch dieses Mal zum Blütenfest lud.
Treffpunkt war bei ihr zu Hause und wir hatten geglaubt, dass es dann von da aus in irgendeinen Park gehen würde. Aber Pustekuchen!
Den meiste Zeit waren wir bei ihr Zuhause (was gab's eigentlich zu essen?), nur machten wir irgendwann einen kurzen Abstecher zu dem Sakura Straßenfest umme Ecke. Da war ja gute Stimmung - einen Erdbebensimulator gab's auch - aber so ganz das, was man sich für gewöhnlich unter einem Hanami vorstellt, war's nicht. Nett war es aber trotzdem.


Den folgenden Tag verbrachten wir in Asakusa und Ueno, denn ich wollte gern nochmal dahin. Auch weil zwischen dem Kaminarimon und dem Sensoji eine kleine Straße mit etlichen kleinen Krimskrams Geschäften liegt. Und ein paar Mitbringsel fehlten mir noch.
Folgend eine kleine Auswahl der Bilder, die ich an dem Tag gemacht habe. Den Rest findet ihr wie immer in der Gallerie.





Heh, ich liebe das Bild ^^


Nach Asakusa ging's nochmal nach Ueno:



Da war ganz schön was los im Park und Umgebung.
Überall wurden die Kirschblüten gefeiert. Es gab Essen, Essen, Essen - und Spiele für die Kinder. Irgendwo führte auch jemand eine Art Theaterstück auf.



Und natürlich habe ich auch selbst ein bisschen die Blüten gefeiert



Waren wir danach noch irgendwo essen? War das der Tag, an dem wir erfolglos nach dem Bookoff gesucht haben? Lang ist's her...


Aber! Am 31. hatten wir uns für Karaoke verabredet. Mein letztes vor der Abreise.
Aber eigentlich war es zu Ehren einer anderen. Den ich war nicht der einzige, der kurz vor der Abreise stand. Es war lustig wie immer und anschließend ging es noch zum obligatorischen Purikura (nun gut, soo obligatorisch war es dann doch nicht. ich hatte mich dem diesmal entzogen). Danach waren wir noch essen in nem Family Restaurant und am Abend brachte ich noch die Prinzessin zu ihrem Prinzen, der am Abend in Ebisu eine Audienz gab.
Ich selbst hatte keine Einladung bekommen, doch hatte angeboten, mit der Prinzessin zu warten.
Aber wie das ja so ist mit den Royalen, wird viel Wert darauf gelegt, dass alle geordnet abläuft.
Bloß nicht aus der Reike tanzen und *achem* kein Herumhängen vor den Geschäften. Man will ja nicht die anti-royale Bevölkerung belästigen...


Am darauffolgenden Tag trafen wir uns nochmal zum Mittagessen. Die Prinzessen speiste Kuchen statt Brot und erstattete mir Bericht von ihrem Abend.
Danach begleitete sie mich beim Kündigen meines Handyvertrags (eigentlich möchte ich gar nicht drüber nachdenken...), bevor sie schon wieder los musste (der Adel ist nunmal viel beschäftgigt). Den Rest des Tages habe ich wieder allein verbracht, doch womit ist mir auch diesmal schleierhaft.


Fortsetzung folgt, in der ich von Kamakura und Enoshima erzähle.


Musik: Soft Ballet - Border Days

Dienstag, 17. August 2010

Tokyo, Teil 1 - Unterwegs auf eigener Faust

Erster Teil von vier.

Die Reise nach Tokyo ging dieses Mal recht flott, da ich mir eine Fahrt mit dem Shinkansen "gegönnt" hatte.
Ich gebe zu, nach über einem Jahr ist die Erinnerung an diese Woche ziemlich verschwommen und ich weiß nicht mehr genau, was wann und mit wem passierte.
Ich denke, ich kam irgendwann nachmittags an und war mit zwei deutschen "Tokyoter Damen" am Abend essen. (schon wieder Sukiyaki Udon)
Nu hatten meine Freunde dort auch ihre eigenen Dinge zu erledigen, und so war ich an manchen Tagen auch mich allein gestellt. So auch am Tag nach meiner Ankunft.

Aber es war ein schöner Tag, und so entschied ich mich nach Harajuku zu laufen.
Von meinem Hotel aus schlängelte ich mich durch die engen, labyrinthartigen Gassen des Wohnviertels.



Planmäßig wollte ich durch den Yoyogi Park und einen Abstecher zum Meiji-jingu machen.
Aber wie das so oft ist, sieht die Realität anders aus als der Stadtplan und meine Route wurde etwas erweitert.



Dabei fand ich jedoch einen anderen Schrein, der mir unbekannt war und da ich ohnehin gern spazieren gehe und trotzdem ans Ziel kam, hatte ich keine Einwände.


Schließlich kam ich in den Yoyogi-Park wo gemäß der Jahreszeit alle Hanami feierten.



Und gar nicht mehr so weit davon liegt auch der Meiji Schrein



Hier klicken für noch mehr Bilder.


Anschließend war ich noch auch der Takeshita-doori (dort, wo die vielen hippen, kleinen Geschäfte liege), doch wohin es danach ging, weiß ich nicht mehr genau. Entweder Richtung Shibuya oder zurück nach Shinjuku. Auf jeden Fall habe ich beides noch während meines Aufenthaltes besucht, keine Frage.

Fortsetzung folgt, in der ich von Karaoke, meinem "Hanami", und von Asakusa und Ueno erzähle.


Musik: Shichisanshiki - Tokyo Hanabi

Dienstag, 17. Februar 2009

"Reisebericht" (extrem verspätet)

So... wie ihr alle wisst, bin ich am 23. (dem Tennou Geburtstag) nach Tokyo gefahren.
Ich stand um 6 Uhr morgens auf und fuhr um kurz vor acht von Uenoshiba los. Erster Umstieg wenige Minuten später. Es sollten 9 weitere folgen. Ich war insgesamt um die 11 Stunden unterwegs. Nicht grade spannend, aber was tut man nicht alles um ein bisschen Geld zu sparen (so ca. 10000 Yen).
Schließlich angekommen und im Hotel eingecheckt hab ich gleich meine "Kontaktfrau" angerufen und wir vereinbarten uns kurz darauf in Shinjuku zu treffen (ich hasse den Ost Ausgang). Pubben gehen im Kabuki-cho. Bei Hub. Scheint ne Kette zu sein. Gibt's auch hier in Osaka.
Es war auf jeden Fall ein netter entspannter Abend, mit leckerem Essen, tollen Getränken (die hatten einen tollen Moscow Mule. sehr limettig) und Leute Beobachten.
Wie zB den Ami (ich vermute) der die Jukebox mit lauter Liebessongs zugehauen hatte um seine japanische Freundin rum zu kriegen. Die schien allerdings eher gelangweilt. Kann ich verstehen. Wer hört so n Mist?!
Naja, so dauerte es auch noch eine ganze Weile, bis "unser" Song (Killing in the Name) gespielt wurde, nachdem wir dann schließlich gingen. Nur um noch schnell Purikura zu machen. Die ersten in meinem gesamten Leben...


24. Dezember - Weihnachten. Purikura, die Zweite




Der 24. war mein großer Tag. Ich sollte am Abend zu meinem ersten Merry Konzert, aber vorher trafen wir uns noch um Shibuya abzulaufen.
Angefangen mit der Takeshita Doori (quasi Treffpunkt der "hippen" japanischen Jugend, mit vielen kleinen bunten Geschäften) ging es weiter zu Kiddy Land (ein riesiger Spielzeug Laden mit allem möglichen Krims Krams von Hello Kitty über Snoopy bis Haribo) und dann wieder zurück, Pizza Essen. Und ich sag euch, die Pizza muss ich nochmal Essen bevor ich zurückfliege. Zum Glück ist es eine Kette.
Danach wieder Purikura. Und ich gebe zu, mit Alk lief es besser XD
Schließlich ging es weiter in Richtung Shibuya Bahnhof, vorbei an der C. C. Lemon Hall (die Konzert Location) und ab zu Tower Records, dem (nicht mehr ganz) größten Plattenladen der Welt. 7 (oder 8?!) Stockwerke CDs, DVDs und Bücher. Ein Paradies auf Erden. Und trotzdem haben die anderen nicht bekommen was sie suchten (but that's their story to tell). Also noch ein bisschen weiter, ab zu HMV. Mit genau so wenig Glück.
Dort wieder raus blieb uns noch ne ganze Weile bis zum Konzert und es war scheiße Kalt also gingen wir ins nächste Kaufhaus. Auf der Suche nach nem Sitzplatz fuhren wir zuletzt aufs Dach und geraten "mitten" in ein Kinder Fußballspiel. Über die Kopfbedeckung der einen Trainerin sag ich jetzt lieber nichts, aber wir drei fühlten uns, zugegeben, etwas malplatziert zwischen den ganzen Eltern.
Noch etwa ne halbe Stunde bis zum Einlass sind wir dann zur Halle gewandert und nachdem ich mir beim Merchandise Stand n T-Shirt gekauft hatte (wie es sich gehört), und weil es scheiße kalt war, hab ich den anderen gesagt sie könnten ruhig schon nach Hause gehen. "ich komm schon alleine klar!"
Der Einlass ging los, alles verlief Reibungslos und jeder erhielt eine Karte mit Weihnachtsgrüßen der Bandmitglieder. Ich fand meinen Platz und mit nur wenigen Minuten Verspätung fing das Konzert an.
Eigentlich war mein Platz ganz in Ordnung, sehr mittig, nur etwas weit weg. Was darin resultierte, dass ich die beiden Gitarristen einfach nicht auseinander halten konnte. Tja... aber wie so häufig hat man seine Lieblingsmember (in meinem Fall Sänger und Bassist) und so machte es nicht so viel.
Gara (der Sänger) ist wirklich n Spast. So wie der auf der Bühne rumhampelt, den Tisch vögelt und Purzelbäume schlägt... Ich mag ihn ^^ Ich mag seine Stimme, auch wenn er bei Konzerten tendiert etwas außer Atem zu geraten.
Aber er ist scheiße mager. Und n krummen Rücken hat er auch. Vom Weiten sieht er manchmal aus wie n alter Mann. Aber ein sehr aktiver...
Tetsu, der Bassist, ist da ganz anders. Ich wurde dran erinnert, wie sehr ich doch eigentlich auf lange Glieder stehe (ein Schelm wer böses dabei denkt...). Und überhaupt auf große Männer.
Er ist vergleichsmäßig eher ruhig. Cool, wie ich eigentlich ungern sage. Aber hier passt's.
Neben der Band, war aber auch das Publikum sehr interessant zu beobachten. Und außerdem wesentlich näher dran. 2 Reihen vor mir saßen 4 Ausländer, die aber nur Paarweise zusammengehörten. Zwei davon Deutsche. Ein Mädchen und ihre Mutter, scheinbar.
Die Mutter war die meiste Zeit recht ruhig, aber dann bei der ersten Zugabe, Fuyu no Castanet (neueste Single, ein Weihnachtssong) ging sie auf einmal total ab, schwang ihre Arme, kreiste mit den Hüften... während der Rest nur da stand, ausnahmsweise ohne Choreo. Sie war zugegeben ausgesprochen Unterhaltsam.
Außerdem, ich gebe zu, auch trotz den teilweise albernen einstudierten Choreographien, die man beim Japanischen Publikum beobachten kann (das kann man nicht beschreiben, dass muss man gesehen haben...), ich glaube,ich mag sie lieber als die deutschen Fans. Das heißt, seien wir fair: lieber als die deutschen Kreischis. Statt unmenschlich hohe Frequenzen zu treffen (und mir Kopfschmerzen zu geben) fauchen die Mädels einfach. Oder so klingt es. Keine Ahnung ob das auch bei Boy Group Konzerten so ist. Ich bezweifle es. Aber das kann mir ja auch egal sein.
Soviel zum Publikum, weiter mit der Zugabe. Der erste Song, war, wie bereits erwähnt ihr neues Weihnachtslied, mit Kunstschnee und allen. Ein langsames Stück, sehr Stimmungsvoll. Irgendwann spielten sie auch Japanese Modernist und dann gab's natürlich das obligatorische... 15 minütige Solo Neros (Pinkelpause für den Rest). Das ist der Drummer. Und Sprecher der Band. Er trug ein Weihnachtsmann Kostüm. Und er hat gerockt. Der Typ ist ne echte Stimmungskanone, weiß das Publikum einzuheizen...
Wo wir schon beim Obligatorischen sind; dazu gehört ja auch Garas Kalligraphie Stunde. Oder sagen wir, da er einen Gag draus macht nie öffentlich zu sprechen (bei Video Interviews wird seine Stimme übergepiepst und untertextet) schreibt er seine Botschaften an die Fans immer mit Pinsel auf Papier. Einmal hat er dabei auch einen Apfel gegessen und den auch angemalt und dann nochmal reingebissen... diesmal allerdings nicht. War alles sehr im Sinne von Frohe Weihnacht und ein gutes neues Jahr. Verabschiedung des alten etc.
Ich muss sagen, die Band hat ziemlich viele... Ticks. Oder nennen wir es Rituale. Aber ich mag sie auch grade deswegen. Und natürlich wegen ihrer Musik. Wer sie noch nicht kennt sollte mal hier reinhören. Oder sich dieses Live ansehen.
Nach etlichen Zugaben (inkl. goldenem Flitter) ging das Konzert langsam zu ende, und weil ja Weihnachten war mit reichlich "Bescheerung". Und diesmal haben sogar welche im zweiten Stock (europäisch gezählt erster) was abbekommen. Beeindruckend wie weit Nero die Sticks werfen konnte.

Apropos Bescheerung: ich hab eine Winnie the Pooh Kalender bekommen ^^ (jetzt hab ich einen Kalender für jede Ecke. lol) Mit den original Zeichnungen, versteht sich. Fuck Disney!


25. Odaiba - Ein Tag am Meer.

Am ersten Weihnachtstag ging's nach Odaiba.
Viel zu sagen gibt es da nicht. Es war kalt. Aber schön. Lasst die Bilder für mich sprechen:



Irgendwie sehen diese Kräne aus wie Tiere. Mit langen Köpfen. Oder Schnäbeln...




Schiff Ahoi!




(ein Eindringling!)




Ich bin ja sonst kein großer Fan von Kurven (XD) aber hier machen sie sich nicht schlecht




Ich glaube, der Mensch fühlt sich von Brücken irgendwie magisch angezogen...




Ja sind wir denn in Amerika?! (man merkt, das viele Fast Food geht auch nicht an der Freiheitsstatue vorbei... lol)


Nach dem Abenteuer am Strand sind wir dann (nur noch zu zweit) noch in ein berühmtes Ramen Lokal gegangen. Das war auch ein Abenteuer für sich.
Das Lokal ist für seine angeblich sehr scharfen Nudelsuppen bekannt. Es gibt 12 Stufen, und da mich einige Leute schon vorgewarnt hatten, hab ich erstmal mit 6 angefangen. Wäre aber auch schärfer gegangen. Die eigentlich Herausforderung war nämlich die Portionsgröße. Ich hatte aus Versehen Jumbo bestellt. Und das Ding war wirklich Jumbo. 30cm im Diameter war die Schüssel auf jeden Fall. Und egal wieivel ich aß, es wurde und wurde nicht weniger...
Gott war ich danach voll.
Das nächste Mal nehme ich Stufe 9. Oder 10 ^^


Der 26. - Ein guter Tag

Als erstes ging es nach Shinjuku. Ich hab mir Buttons gekauft. Und ne CD für teuer Geld. Aber wenigstens hab ich sie endlich. (Disband Ärsche!) ^^
Danach ab zum Karaoke.
Wir mussten zwar ne ganze Weile warten um ran zu kommen, aber es hat Spaß gemacht und war vieeel billiger als beim letzten Mal. Dazu das leckere Essen (ich hab endlich mal schokolierte Chips probiert. yummy ^^) und viele gute Songs von Anime Klassikern über Buck-Tick (musste sein) bis natürlich "Iron Man"...
Zuletzt ging es nochmal nach Ikebukuro. Hauptsächlich zum Crepe essen, weil es dort angeblich die besten ganz Tokyos gibt, aber natürlich auch, weil ich zum Animate wollte. Und, wie immer hab ich mich verlaufen. Aber diesmal auf ner ganz anderen Strecke als die letzten beiden Male...


27. - Das Bounenkai

Bounenkai ist ein traditionelles Fest das wohl eigentlich am ehesten mit unseren Weihnachtsfeiern zu vergleichen ist. Es bedeutet so viel wie "Treffen zum Ende des Jahres" uund das ist es auch. Es gibt kein festes Datum, aber wird meistens Ende Januar gefeiert. Das Treffen kann von der Firma organisert werden, vom Uni Club oder einfach nur unter Freunden statt finden. Man isst, spielt und trinkt vor allem (wie bei einer Weihnachtsfeier...)
Aber jetzt fragt man sich: wie komme ich zu einem Bounenkai in Tokyo?! Jaha! Vitamin B ist das Stichwort. Es war eigentlich das Bounenkai einer Lehrerin der Joshi Gakushuin für ihre Schüler. Ich war quasi nur Begleitung ^^ Aber es hat echt Spaß gemacht.
Hinfinden war recht leicht, und dauerte bei weitem nicht so lange wie behauptet, sodass wir uns die Zeit bis 18:00(?) auf einem Spielplatz vertrieben. Auch ohne Drogen...
Aber als dann später alle da waren fing die Feier an. Mit selbstgemachten Gyoza (die Falttechnik hab ich immer noch nicht ganz hinbekommen...) und danach natürlich essen. VIEL Essen!! Nebst gekochten und gebratenen Gyoza gab's Salat, irgendwas eingelegtes(? Eier, Fleisch (ich hab mir sagen lassen, es schmeckte ein bisschen wie Eisbein) und Daikon. oder Renkon?! Aaah, ich hab vergessen, welches welches ist...), Brot, Back Kartoffeln, was Gulachartiges und... hab ich was vergessen?!
Zum Nachtisch gab's dann noch Schokokuchen mit Eis und Früchten. Und Plastikgabeln...
Alkohol gab's eigentlich weniger. Nur Wein. Und da ich nicht so gerne Wein mag...
Zum Abschluss, nach dem großen Fressen, haben wir schließlich Jenga gespielt. Gott, ist das lange her.
Alles in allem ein sehr schöner Abend (an dem, natürlich, auch die obligatorische Lieblingsbeschäftigung der Japaner nicht fehlen durfte: das Selbsvorstellen inkl. anschließendem Ausfragen)

Kommischerweise habe ich davon keine Bilder gemacht.


Der 28. war eher weniger spannend. Wir sind nach Osaka gefahren, und damit ist ein großteil des Tages vergangen. Aber wir haben Schnee gesehen. Wow...
Aber am 29. stand dann endlich das nächste Konzert an.
Wir haben den Tag in Tennouji angefangen und dort den Shi-Tennouji besichtigt,






Auf dem Foto sieht man's nicht ganz so gut, aber die Gebäude sehen von diesem Punkt aus betrachtet, ein bisschen wie ein Samurai in Rüstung aus.


worauf wir weiter zum Osaka-jo Koen gefahren sind. Denn hier steht die Osaka-jo Hall und dort fand das Konzert statt.
Wir sind angekommen um... so zwischen 13:00 und 14:00, gkaub ich, und es war bereits proppe voll. Jaja, Dir en grey hat viele Fans, ne. Viele ausländische auch...
Aber, wie der Name schon sagt, steht in der nähe auch das Osaka-jo (nach dem die Halle natürlich benannt ist) und das hatte ich mir noch nicht angeschaut, also der perfekte Zeitvertreib bis zum Einlass.
Wir machten uns auf den Weg und trafen zuerst auf einen dicken schwarzen Kater, dann auf einen Mann und einen Kakadu (er hat mich zum Onii-chan auserkoren. na sowas) und standen schließlich vor dem Schloß. Geschlossen, stand da auf nem Schild. Mist!
Aaaber! Vermutlich spannender als das Schloß selbst war am Ende die Aufführung von Eddy! (wieso er Eddy hieß hab ich nicht irgendwie nicht verstanden). Es war ein... ja... 40-60jähriger Mann - schwer zu sagen bei den Japanern - in traditioneller Tracht und mit lauter Kreiseln. Und natürlich waren seine Kunsstücke beeindruckend, aber nichts was man nicht bereits so ähnlich gesehen hatte, aber es war seine gesamte Art, sein Charisma, sein Humor, sein Elan mit dem er auftrat. Es hat sehr viel Spaß gemacht, auf jeden Fall. Und es hat vor allem die Zeit gut vertrieben.



Wir haben das Jahr der Kuh. Nur damit ihr's wisst. Muuuh.




Das Osaka-jo




Das Eddy



Und hier auch nochmal


Wir gingen wieder zurück und wollten eigentlich noch was Essen vor dem Konzert, doch zu unserer Verwunderung bildete sich schon eine ewig lange Schlange vor der Halle.
"Huch, wofür stehen die denn an?!", haben wir uns gefragt, bis wir schließlich feststellten, dass die Schlange zum Merchandise Stand führt. Und da wir (ich zumindest) Merchandise süchtig bin haben wir uns hinten angestellt.
Zum Glück giing es recht schnell voran, doch zu meinem Bedauern waren die T-Shirts schon ausverkauft. So n Scheiß.
Doch während ich da stand und mich ärgerte schaute ich nach rechts, und wer stand da neben mir?! Das deutsche Mädel und ihre Mutter vom Merry Konzert.
Aaaaaah, ich werde gestalkt!
Mja, mit nicht ganz leeren Händen verließen wir das Gelände wieder um endlich was essen zu gehen. Die Idee hatten natürlich auch andere, sodass die Einkaufspassage in der Nähe gut besucht war und ich irgendwann aufgab auf Toilette zu gehen. (WTF?! japanische Männer sind offenbar doch weiblicher als ich meistens wahrhaben möchte...)
Nach dem Essen ging's dann wieder zur Halle zurück und kurz darauf fing der Einlass an. Wir fanden unsere Plätze, stellten fest, dass wir verdammt weit von der Bühne entfernt waren (Stadium Größe, ne), und nachdem auch die letzten Fans sich eingefunden hatten, ging es los.
Wie bereits vermutet konnte man leider nicht viel ausmachen. Das heißt, man hat sie erkannt, man konnte die Bewegungen nachverfolgen, aber ein Dämon hätte über nacht ihre Gesichter klauen können, ich hätte es nicht bemerkt.
Dafür war die Licht- und Bildershow wirklich beeindrucken. Und Kyo konnte singen (ich glaube, der 12 Stunden flug nach Europa bekommt seiner Stimme nicht).
Faszinierend war auch das Publikum und ich konnte es nicht lassen, Vergleiche mit den Nazis zu ziehen... Ein kleiner Mann steht vorne auf einer Bühne, krächzt irgendwas unverständliches ins Micro und die Menge jubelt, bewegt sich militärisch im Gleichschritt (jetzt im Ernst, ein Meer aus Fäusten, die sich im selben Rhythmus bewegen...) lol. Ist nicht bös gemeint.
Irgendwann nach der zweiten Hälfte tauchten dann auf den oberen Bildschirmen live Projektionen der Band auf, sodass auch wir auf den hinteren Reihen endlich mehr erkennen konnten. Hätten sie aber ruhig früher machen können.
Ah, aber insgesamt war es ein tolles Konzert. Und recht lang, glaub ich. Die haben viele gute Songs gespielt (das neue Album kam gut rüber) und ich glaube für jeden überraschend: ain't afraid to die. Das ist ja fast schon ein Klassiker. Sie spielen nur noch selten was von vor "six UGLY". Hm... aber war das eigentlich Teil des Akustik-Parts? (erstaunlich eigentlich, dass heutzutage jeder einen Akustik-Part einbauen muss. ist schrecklich populär geworden... nicht dass es mich stört. ich liebe Akustik)


Am nächsten Tag hatten wir dann verabredet nach Nanba zu fahren. Schon allein weil dort das Nanba Hatch steht, für das wir am Abend Tickets hatten.
Auf Wunsch ging es nach Amemura. Das heißt, hauptsächlich in Geschäfte.
Anschließend waren wir noch was essen und dann ging's zur Konzert Location.
Wiedermal standen die Leute bereits Schlange und wir stellten uns mit an um wenigstens diesmal ein T-Shirt zu ergattern. Doch nach etwa 15-30min hieß es plötzlich: Merchandise Verkauf ist zu Ende!
Ja... lag wohl daran, dass der Einlass bald anfangen sollte, und der Stand im Weg stand(eh...) Doch nichts mit "gleich". Es dauerte ne halbe Ewigkeit mit viel Chaos bis die ersten Leute rein gelassen wurden und nochmal viel länger, bis wir schließlich drin waren. Und es war SAU kalt draußen. Es war ein großes Zittern. Ja... ne Runde Gruppenkuscheln wär nicht schlecht gewesen. Auch in Anbetracht einiger recht attraktiven Fan Exemplaren... (ach, und wo wir schon beim Thema Fans sind: mit Ausnahme einer vermuteten Russin, waren wir die einzigen Ausländer dort. was man uns durch intensives Glotzen offenbar bewusst zu machen versuchte)
Endlich drin entdeckte ich wieder den Merchandise Stand, der an einer anderen Stelle offenbar neu aufgebaut worden war. Doch nach kurzem "auschecken" der Lage, entschied ich mich gegen die über mehrere Etagen verlaufende Schlange und wir fanden uns schließlich im Saal wieder. Nicht so viel später fing das Konzert endlich an. (19:30 etwa. mit einer Stunde Verspätung. wenn ich mich recht erinnere)
Jaaa... was soll ich sagen?! Kiyoharu (hatte ich bereits gesagt, dass es sein Konzert war, das wir besuchten?! ich glaube nicht...) hat ne wirklich geile Stimme. Und das sogar live. Was man nicht von allen Sängern behaupten kann. Ich war wirklich beeindruckt.
Es wurden viele gute Songs gespielt (darunter seine erste Single "Emily", bei der das gesamte Publikum (bis auf mir) mitgesungen hat, dem Sads Cover "Feeling High & Satisfied" (einer meiner ganz persönlichen Favoriten) und es gab auch hier einen Akustik Part (allerdings hat er auch kürzlich zwei akustik Alben rausgebracht). Ferner gab es eine richtige Pause. 20min lang vielleicht, und ich konnte endlich Merchandise ergattern (aber auch diesmal kein T-Shirt...).
Und, ja, Kiyo hat gerockt. Über 4! Stunden lang. Bis kurz vor Mitternacht. Naja, das heißt... er hat nicht die ganze Zeit gerockt. Irgendwann zwischen 22:30 und 23:00 fing er an zu reden. Und er hörte nicht auf. Das ging etwa ne halbe Stunde so, und er quatschte darüber, dass er ja eigenlich keine Pläne für Neujahr hätte, fragte seine Band was die denn vorhätten bla bla bla.(zwischenzeitig tat dann auch sein Auge weh...) Zugegeben, es wurde nach ner Weile recht langweilig. Aber wahrscheinlich brauchte er einfach ne ausgiebige Zigaretten Pause. Ich hab das Gefühl er hat im Laufe eines Abends mindesten ne Packung geraucht und davon... 5(?) während seines Plauderstündchens...
Aber nichts desto trotz, es war ein toller Abend und sehr schöne Weihnachtsferien.

Dienstag, 23. Dezember 2008

23. Dezember

Oke, ich habe es heute weder geschafft den gestrigen Eintrag nachzuholen noch devon heute zu schreiben, aber ich war auch entschuldigt. Über 10 Stunden Zugfahrt und danach gmütliches Pubben hier in Tokyo.
Ich gelobe aber die fehlenden Einträge inkl. Bilder nachzuholen und lasse es mal euch schon fröhliche Weihnacht zu wünschen, obwohl wir hier bereits den 24. haben.

Samstag, 13. Dezember 2008

13. Dezember - St. Lucia

Die dunkle Jahreszeit... eigentlich schon immer eine Inspiration für mich.
Ich bin ein melancholischer Mensch, und Melancholie funktioniert eigentlich nur in der Dunkelheit.
Was ich schreibe mag zwar auch seine humoristischen Momente haben, aber letztendlich bevorzuge ich einen tragischen Verlauf. Und die besten Ideen in diesem Bereich kommen eigentlich ausschlißlich in so einem halb-komatösen Zustand, den nur Entzug von Tageslicht einem bringt.
Kurz gesagt, ich schreibe endlich wieder. Nach Monaten der Abstinenz (auch bedingt durch den ganzen Stress vor meiner Abreise) kann ich endlich wieder kreativ sein, etwas erschaffen. Und das befriedigt mich ungemein.

Um mich herum ist alles aber wie gehabt. Wie gesagt, es passiert nich viel. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich hier am Arsch der Welt wohne, und immer erst nach Osaka reinfahren müsste um etwas zu erleben. Das einzige was es hier in der Nähe gibt, ist n Supermarkt und Pachinko. Es ist absolut null Leben auf den Straßen *sigh*
Aber zum Glück ist nicht mehr so lange hin bis zum 23. und dann fahr ich endlich nach Tokyo. Konzerte, Freundin treffen, mal was anderes als den ewig alltäglichen Trott, der leider schon längst auch hier eingekehrt ist.

Aber zurück zum alltäglichen Ritual: In meinem Kalender war heute ne Kirche drin und als Bilder gibt's heute Fotos von den beiden Gemeinschaftsräumen hier im Wohnheim. So lernt ihr meine Wohnsituation Schritt für Schritt kennen.



Der Fernseh- und Konferenzraum, sozzusagen.




Und das kann man wohl am ehesten als Hobbyraum bezeichnen. Ich gebe zu, ich habe noch in keinem von beiden viel Zeit verbracht.


Musik: David Usher - blue (bitte seht von den Bildern im Video ab. die passen ja nun so gar nicht zur Thematik des Songs...)