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Donnerstag, 11. Dezember 2008

11. Dezember - Ein Tag in Nanba

(Das wichtigste zuerst *räusper* In meinem Kalender war heute ein Päckchen drin. Obwohl das Bild behauptet, es solle ein Tannenbaum sein. Komisch...)

Nachdem wir die Füchsin am Sonntag quasi eine Stunde im Regen hatten stehen lassen (nein, es hat zum Glück nicht geregnet. es war nur scheiße kalt und sie hatte keine Winter Jacke), hatten wir ja so einiges wieder gut zu machen. Und da sie gerne mehr von Osaka sehen wollte und ich mir ohnehin ne Hose kaufen wollte und nach Weihnachtsgeschenken schauen, hieß es: auf nach Nanba, AmeMura!!

Wir hatten uns erstmal in Tennouji verabredet, auf Gleis 10, weil Nanba Eki einfach total unüberschaubar ist, doch, wie das Schicksal es so wollte: es gab kein Gleis 10. Zwischen 9 und 11 war einfach nichts. Aber gut, hat trotzdem alles geklappt.
Allerdings ist es gefährlichn als Ausländer in Japan untätig rumzustehen.
Wenn du tatsächlich ein Problem hast, den Weg nicht weißt, bemerkt das meist keiner. Oder sie ignorieren dich komplett. Stehtst du aber einfach nur gelangweilt rum, glaubt sofort jemand dir helfen zu müssen. So auch heute.
"Do you need help?!" "No no, we're just waiting for a friend" "Where are you from? Italy (wtf?!), Germany?!" "Doitsu"
Jaja, wahrscheinlich wollte der einfach nur mit jemanden sprechen...

Ah, egal, ab nach Nanba. Rein nach AmeMura. Der Weg ist eigentlich recht einfach. Ausgang 24 und immer in die entgegengesetzte Richtung gehen, bis zum Apple Store kurz nach der City Bank und dort einfach links rein.
AmeMura oder Amerika Mura, also America Dorf, ist... der hippe Teil Osakas. Szenetreff von allen möglichen Leuten. Jung... westlich?! Saa... In der heutigen Zeit wahrscheinlich nicht viel mehr als der restliche Teil Japans. Was allerdings auffällt sind die "vielen" Schwarzen, die hier abhängen oder auch eigene Geschäfte haben. Und natürlich diese hochgeschätze Lady:




Naja, wir waren ja nach AmeMura gekommen mit einem ganz bestimmten Ziel. Ich wollte (nach finanzieller Absprache) diese Hose kaufen, die ich beim letzten Mal schon dort gesehen habe, und ein Laden mit allem von Gothic über Punk bis Rockabilly, welches alternative Herz möchte dort nicht hin.
Doch während die anderen sich umschauten und amüsierten, stellte ich fest, dass mir die Hose auch in XL nicht passt. WTF?! Die Japaner können sich auch nicht auf ein einheitliches Größensystem einigen, oder?! Ich hab doch schon ne japanische Hose in XL, und die hätte mir eine Nr. kleiner auch noch ohne Probleme gepasst. Ich mag's nur gern etwas lockerer im Schritt.
Bei dieser allerdings habe ich sie noch nicht einmal annähernd zugekriegt. Die nächste, die mir die Verkäuferin rausgesucht hatte, die so ähnlich aussah, war dann schon etwas besser. Aber... nee. Ich hätte ja niemals was in dem Ding essen können.
Aber! Im gegensatz zu Deutschland heißt es hier einfach "Achja, Sie sind ja Europäer"
Und der Punkt ist, es stimmt ja sogar. Ich bin ja nicht der dünnste, aber selbst ein normal schhlanker Europäer wird hier etliche Größen höher zugreifen müssen. Vor allem japanische Männer haben einfach null Hüfte (aber das mag ich ja grade so an ihnen ^^).
Naja, was soll's. Entweder find ich hier noch ne Hose die mir passt (ich hab ja noch ein Jahr) oder ich halte eben aus, bis ich wieder zurück bin. Ist ja nicht so, dass ich nur eine dabei hab, wie gewisse andere... lol
Am Ende hab ich mir trotzdem was gekauft. Jaja. In manchen Fällen stören Kaputzen nämlich einfach. Also, Pulli ohne. In rot. Ich dachte ja immer, ich kann Rot nicht tragen, aber offenbar hab ich mich geirrt. Und letztendlich bin ich sogar billiger weggekommen.
Ein bisschen haben wir uns dann noch umgeschaut, sind zwischenzeitlich nochmal was essen gegangen (geliebtes BinbinDon), doch als die Füchsin auf Grund strenger Gasteltern (jaja, in Japan bleibt man nunmal länger minderjährig) bereits um 19:30 wieder losmusste, habe ich mich vom Rest verabschiedet und bin nochmal allein losgezogen. Ich brauchte ja noch Geschenke.
Und nach einigem Herumirren in der falschen Gegend, betrat ich auf einmal DAS Geschäft. Getarnt als Buchladen (es gab tatsächlich Bücher, so einige sogar) erwies sich das Innere als die reinste Ansammlung von all möglichem Krimskrams.
Ich dachte, wenn ich hier nicht zumindest teilweise fündig werde, dann hat das alles keinen Zweck. Und tatsächlich, nacht etlichem Stöbern in allen möglichen Läden habe ich endlich alles zusammen. Jetzt muss ich es nur verpacken, verschicken und vorher vielleicht noch ein paar Süßigkeiten beilegen. Als Polsterung, sozusagen.
Jaja, heute war ein guter Tag.

Zuletzt noch einige Impressionen aus Nanba:






Kein Ampel- sondern Lampe-Männchen (ist nur eine Frage von der Platzierung des Ls)




...n Film?!


Musik: De Nattergale - Thousands of Vendings

Freitag, 5. Dezember 2008

私の生まれ変わった日 -  5. Dezember

Heute war einer dieser Tage. Mein Wetter hat geklingelt*, ich dreh mich noch mal um. Lausche dem Regen, lausche dem Donner und lausche schließlich meinem Körper, der mir sagt: "Kawabata stört es eh nicht, wenn du nicht kommst!" Also bin ich Zuhause geblieben. Naja erstmal. Statt um 7 bin ich dann um 9 aufgestanden, weil ich mal wieder zum Konsulat musste (Umeda, meine 4. Heimat). Aber wie gesagt, heute war wieder einer dieser Tage.
Das Gewitter war vorüber, aber geregnet hat es immer noch als ich so gegen 10:30 das Wohnheim verließ. Aber! Wozu hat man sonst einen Schirm?!
Wogegen Schirme allerdings nicht helfen, sind verspätete Züge. Extrem verspätete Züge. Ich hab 25 min warten müssen und bekam schon Angst ob ich es noch rechtzeitig zum Konsulat schaffe (die machen nämlich um 12 zu und Umeda liegt ne ganze Strecke von Uenoshiba entfernt), aber mit knapper Not hab ich es dann doch noch geschafft, 10 min vor "Ladenschluss". Die 10 min hab ich dann auch warten müssen bis sich schließlich jemand meiner erbarmte, aber so hatte ich reichlich Zeit mein Gegenüber zu beobachten und festzustellen, dass der schwul ist (nicht dass ich eigentlich solange dafür hätte brauchen müssen. manche Männer sind sowas von schwul, das geht gar nicht! XD ein bisschen hat er mich aber an meinen Psych erinnert...)

Naja, ich bin wieder aus dem Konsulat raus, hab das heutige Foto gemacht (siehe unten) und bin dann zu Yodobashi Camera um mein Headset umzutauschen, damit ich wieder problemlos nach Hause telefonieren kann. Dann erstmal zu nem Conbini, Frühstück kaufen, um danach die Zeit "abzulaufen" bis zu meinem Zahnarzt Termin. Aber zum Glück war ich ja in Umeda und in Umeda gibt es reichlich Geschäfte, sodass ich noch ein paar Weihnachtsgeschenke besorgen konnte. Alles hab ich aber immer noch nicht beisammen (sorry an die Leute in HH. vor Weihnachten wird garantiert nichts mehr ankommen... nennen wir es stattdessen Neujahrsgeschenke)
Für mich war sogar auch was dabei. Hehe *kurushikuttate kanashikuttate...*

Und dann war es so weit. Meine "Wiedergeburt" stand bevor. Es war ein bisschen Pressen und Drücken erforderlich, aber als der Zahnarzt fertig war, konnte ich die Klinik mit einem wunderschönen Lächeln verlassen. So wie es auf den ganzen Plakaten im Wartezimmer stand. Der Tag an dem ich Wiedergeboren wurde.

Tja, ursprünglich hatte ich danach eine Verabredung mit einer Mitstudentin und der Füchsin gehabt, doch da letztere keine Zeit hatte, haben wir den Weihnachtsmarkt auf Samstag oder Sonntag verschoben. In Anbetracht der heutigen Wetterlage wahrscheinlich keine so schlechte Wahl.
Da der Weihnachtsmarkt sich allerdings direkt beim Konsulat befindet, hab ich heute trotzdem wie geplant ein Foto von diesem (sowie einen Schoko Stiefel. dabei ist doch erst morgen Nikolaus!)



Ich bin wirklich in Osaka, ich schwöre!


*Wetter?! Hm... freudscher Versprecher. Bleibt stehen


Musik: Siehe Link im Eintrag