Mittwoch, 1. September 2010
Zurück
Ich verabschiedete mich von der Prinzessin und fuhr ins Hotel zurück. Es war zwar schon spät und ich musste am nächsten Tag früh aufstehen, doch ich hatte noch nicht alles gepackt. Viel geschlafen habe ich also nicht. (aber ich war auch zu aufgeregt)
Tja... was soll ich sagen. Ich hatte bereits so viel per Post nach Deutschland verschickt, so viel weggeschmissen... und dennoch hatte ich drei Kilo Übergepäck. Argh! Naja, mit gut Glück winken sie mich trotzdem durch. Hoffentlich.
Nach dem Packen habe ich noch Zuhause angerufen um nochmal alles mit meinem "Limousinenservice" abzusprechen und ging dann schätzungsweise gegen 3 oder 4 Uhr nachts schlafen.
Und ja, was soll ich sagen; die Nacht war kurz.
Es ist etwas schwirieg, aber wenn ich versuche es zu rekonstruieren, bin ich wahrscheinlich so um 11 Uhr vormittags herum abgeflogen. Bekanntermaßen sollte man in unseren "Zeiten des Terrors" am besten 2 Stunde vorher einchecken. Und wer mich kennt, weiß, dass ich immer überpünktlich bin. Außerdem hatte ich mir gedacht, dass die Chance für Übergepäck nicht zahlen zu müssen, wahrscheinlich größer sind, wenn man einer der ersten Passagiere ist.
Und mit dem Weg zum Flughafen etc komm ich zu dem Ergebnis, dass ich wahrscheinlich irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr morgens wieder aufgestanden bin.
Wie gesagt, eine kurze Nacht. Aber man kann ja im Flugzeug schlafen.
Nun, ich kam also mit einer großzügigen Zeitspanne heil am Flughafen an, ging zum Schalter und all meine Hoffnungen wurden zerschlagen. Ich musste um die 100 Euro für mein Übergepäck zahlen. Mist!
Nunja, nichts zu machen.
Ich aß noch was am Flughafen und dann ging's endlich ab nach Hause.
Der Flug war eher unspektakulär. Leider gab's nur geteiltes Fernsehen und so war das Unterhaltungsprogramm eher beschränkt (keine Ahnung, was die Leute in Slumdog Millionaire sehen). Attraktive "Flufbegleiter" gab's auch keine wie mit FinAir ein halbes Jahr zuvor. Aber ich hatte ja Lesestoff und vor allem Musik. Und, ach ja, ich war ja müde.
Ja, müde schon, nur schlafen? Schlafen konnt ich natürlich nicht...
Naja, um die 12 Stunde später, irgendwann gegen 16 Uhr nachmittags lokale Zeit, kam ich in Amsterdam an. Und ich weiß nicht, irgendwie gefiel mir Helsinki besser. Aber zugegeben, ich hatte seinerzeit auch keine fünf Stunden aufenthalt. Und erst ne gute Stunde Flug hinter mir, statt seit mehr oder weniger zwei Tagen wach zu sein.
Aber irgendwie gingen die 5 Stunden doch schneller, als ich gedacht hätte. Ich tauschte meine letzten Yen um und kaufte mir (zwei Mal) was zu essen. Und Lakritze. Wie in Helsinki!
Und dann ging's endlich ab nach Hause. Um 22 Uhr irgendwann kam ich in Hamburg an. Ich bin noch mindestens ne viertel Stunde gelaufen - vom einen Ende des Flughafens zum anderen - um mein Gepäck zu holen.
Draußen wartete meine Mutter um mich abzuholen. Erkannt hat sie mich übrigens nicht. Na sowas.
Aber ja, vielmehr weiß ich von dem Abend nicht mehr. Nur dass ich natürlich ganz viel erzählen wollte (trotz ausführlichem Telefonkontakt) etc., aber irgendwann auf dem Sofa eingeschlafen bin, als meine Mutter grade Tee gemacht hat.
Vieles (inkl. dem Überreichen von Mitbringsel) konnten wir allerdings am nächsten Tag nachholen, bevor sie wieder nach Flensburg zurück fuhr.
(Apropos Mitbringsel.
Ich hatte ja wärhend ich in Japan war bei manchen Leuten nachgefragt, ob sie bestimmte Wünsche hatten.
Mein Vater hatte sich halb im Scherz ein Samuraischwert aus Damaszener Stahl gewünscht (an dieser Stelle sei angemerkt, dass es sich bei einem Katana zwar um einen ähnlichen Raffininationsprozess handelt, allerdings kein Damast im eigentlichen Sinne ist), was für meinen Geldbeutel aber eindeutig zu teuer gewesen wäre.
Auf dem Horyuji Gelände kam ich dann zufällig an einem Souvenir Stand vorbei, der unter anderen auch Brieföffner in Form kleiner Samuraischwerter verkaufte, und ich dachte; Ha! Das wär's doch. (später erfuhr ich übrigens von meiner Mutter, dass er sich aktuell tatsächlich einen Brieföffner wünschte. ausgezeichnet!)
Nun, als ich so meine Mitbringsel auspackte zuhause in Hamburg, entglitt mir für einen kurzen Moment das Gesicht. Denn ich hatte das Mini Katana zusammen mit den anderen Mitbringsel in meinem Handgepäck gehabt. Und auch wenn es nicht wirklich scharf ist oder so, ihre Arbeit haben die Leute an der Sicherheitskontrolle am Flughafen nicht gemacht. Beim Durchleuchten sieht man schließlich nicht, ob es eine echte Waffe ist oder nicht.
Bestätigt mich nur in meiner Ansicht, dass man das Geld lieber in besser ausgebildetes Personal statt in Körperscanner investieren sollte...)
Nicht lange nachdem meine Mutter weg war (oder war sie grade noch da?) kam auch der Herr Meister vorbei, der mich im September des Vorjahres bereits am Flughafen verabschiedet hatte.
Er hatte mein Handy dabei, dass ich im anvertraut hatte, und Zutaten für Oyakodon, wie verabredet. Denn in dem halben Jahr in Japan war mir kein einziges Mal gutes Oyakodon untergekommen. Viel anderes Leckeres, aber nicht Oyakodon.
Leider wurde auch an diesem Tag nichts daraus (du schuldest mir noch immer ein richtiges Oyakodon!).
Die Geschichte geht in etwa so:
Der Herr Meister wollte am Vorabend noch die letzten (frischen) Zutaten für das Essen kaufen. Es war ein schöner Tag. Warm. Die Sonne schien... Bestes Grillwetter könnte man sagen. Und das an nem Samstag. Hühnchen gab's keins mehr. Und was ist schon ein Oyakodon ohne Mama?!
Aber viel zu machen, gab's da ja nicht. Also machte er sich am nächsten Tag auf zu mir. Ohne Huhn. Und ohne Reis...
"Du hast doch bestimmt Reis vorrätig", meinte er.
Ja, klar. Woher glaubst du sind die drei Kilo Übergepäck? Ich bring immer Reis von meinen Reisen mit. Daher doch der Name.
Oder eben nicht.
Aber der Meister hatte eine gute Idee. Er hatte auf dem Hinweg einige offene Geschäfte gesehen. Offenbar Verkaufsoffener Sonntag.
Also ging wir raus, aber, ihr könnt es euch schon denken; Verkaufsoffener Sonntag, sicher. In der Innenstadt. Aber nicht bei mir.
Nunja, wenigsten Eier hatte er mitgebracht. Und bei mir stand doch tatsächlich noch ne Packung Dinkel rum.
Und so gab's am Ende "Kodon" mit "Dinkel wie Reis". Auch ein Erlebnis.
So sieht also mein halbes Jahr Japan aus.
Hoffe ihr konntet hin und wieder ein bisschen lachen.
Vorläufig ist das mein letzter Eintrag, doch sollte es mich irgendwann mal wieder ins Reich der aufgehenden Sonne verschlagen, werd ich's mir nicht nehmen lassen, an dieser Stelle darüber zu berichten.
Übrigens habe ich noch ein paar Fotos von meiner Weihnachtswoche und dem Jidai Matsuri hochgeladen, die in den ursprünglichen Beiträgen keinen Platz gefunden hatten. An einem späteren Zeitpunkt folgen vielleicht noch weitere Gallerien mit Bildern meiner früheren Japan Besuche. Mal schauen.
Man sieht sich!
Arghus Bargh
Musik: Kunal Ganjawala - Bheegi Bheegi Teri Zulafe
Donnerstag, 20. November 2008
Aus dem Tagebuch einer High-School Schülerin
Wir sind recht früh aufgestanden (um 6. und wirklich viel Schlaf hatte ich davor auch nicht >_<) Wir wollten eigentlich um 9 in Kyoto sein, am Ende war es dann aber halb Zehn. Auf Grund eines "Personen Unfalls"...
Naja, angekommen sind wir trotzdem. Vom Bahnhof sind wir mit dem Bus (nach einiger Verwirrung welcher nun der richtige ist und wie nochmal die Haltestelle hieß - wären wir doch bloß mit dem Zug gefahren) nach Fushimi Inari um, natürlich, den Inari Jinja zu besichtigen.
Wie beim letzten Mal war die Gegend dort wirklich sehr schön. Viel Grün und... Rot eigentlich weniger (wenn man von den ganzen Torii absieht, natürlich). Wann fängt dieser verdammte Herbst eigentlich an in Japan?! Gut, scheiße kalt war es die letzten paar Tage schon (da können wir mit HH ganz gut mithalten), aber das ist wohl eher die Ausnahme. Die nächsten Tage soll es wieder wärmer werden.
Was mir aufgefallen ist; der Aufstieg wirkte diesmal viel kürzer. Aber so ist das ja typischerweise. Beim zweiten Mal wirkt jeder Weg kürzer. Und wenn man beim ersten Mal noch dazu ein schlechtes Knie hatte... ja, kein Wunder.
Was mich im Nachhinein ein bisschen wundert, ist dass wir dort, nahe der Spitze, eine Kindergarten Klasse getroffen haben (die uns auch fleißig alle begrüßt haben. gott waren die niedlich ...ja, selbst ich finde Kinder manchmal süß. aber es hatte von denen auch keiner ein Eis in der Hand)
Vielleicht sind sie ja einen Teil des Weges gefahren
Das beste an dem ganzen Schrein-Gelände waren aber die Katzen oben auf der Spitze (der einen. wirklich als "Spitzen" kann man das ohnehin nicht bezeichnen). Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großes Herz für Katzen habe. Und da ich für gewöhnlich leider auf Katzen Entzug bin, bin ich nach so einer Begegnung total hibbelig und schwebe auf Wolke Sieben. Oder 9. Oder 63.000.
Nicht nur ich erliege ihrem Charme, wie man sieht.
Ein wirklich hübscher Kater
Man möchte sich doch am liebsten dazu kuscheln...
Insgesamt haben wir 9 Katzen gezählt und eine mit strahlend blauen Augen. Ja, allein das wäre es wert gewesen. Und mein zweites Exemplar von dem Anhänger, den ich mir bereits letztes Jahr dort gekauft hatte, und leider vor einiger Zeit kaputt gegangen ist.
Nach diesem Ausflug ging's dann erstmal zurück zum Bahnhof und dann weiter zum Kiyomizu-dera. Da war es schon nach eins, und ich sah es kommen: mehr als den schaffen wir heute vermutlich nicht mehr (dabei stand noch so viel auf dem Programm, aber, naja, ich war ja bereits in Kyoto und ich weiß wie lange man für die ganzen Attraktionen braucht)
Auf den Kiyomizu-dera hatte ich mich besonders gefreut. Besonders nachdem ich ihn bereits 2007 nicht hatte sehen können und ich ihn auch vor einigen Wochen, als wir wegen dem Jidai Matsuri (ja, ich weiß) dort waren, nur knapp verpasst hatte. Und ich sage euch: es hat sich gelohnt! Die ganze Szenerie ist wirklich atemberaubend. Ich weiß nicht, wer das nicht zu schätzen weiß ist selbst Schuld.
Auf jeden Fall kein Wunder, dass der Tempel zum Welt Kultur Erbe gehört (wie eigentlich halb Kyoto, könnte man fast glauben).
Ich hab auf jeden Fall viele schöne Fotos gemacht, die hier gar nicht alle Platz finden würden...
Für mehr Fotos einfach hier klicken!
Und natürlich musste ich mir Mamori kaufen. Ich hab ohnehin das Perfekte Mamori für mich gefunden. Gegen Kopfschmerzen. Yaii!! Mal sehen ob's hilft...
Eins für die Liebe hab ich mir übrigens auch noch geholt (muss ja mal langsam was passieren. ich laaangweile mich. Schaden wird's ja wohl nicht), allerdings hätte ich wohl einfach noch ein paar Schritte weiter bis zum Jishu Schrein gehen sollen, der nämlich bekannt ist für seine Love Charms etc. Ein Schrein für die Liebe sozusagen. (aber offen gesagt finde ich ein Mamori mit nem Herzchen drauf zu kitschig)Dort gibt es übrigens auch die beiden "Love Stones", die etwa 10m auseinander stehen, und von denen gesagt wird, wenn jemand es schafft mit geschlossenen Augen sicher vom einen zum anderen zu gehen, dann geht sein Liebeswunsch in erfüllung oder so. Stelle ich mir allerdings sehr schwer vor bei all den Touris die dort kreuz und queer laufen...
Aber, ja, wie gesagt, es war ein tolles Erlebnis, nicht zuletzte, weil ich dabei neue Fans gewonnen habe. lol.
Mein läuft so ein bisschen allein durch die Gegend und auf einmal hört man hinter sich ein "Excuse me" in fettem japanischen Akzent. Was'nnu los?! denkt man sich beim Umdrehen und entdeckt eine Highschool Schülerin die einen anstrahlt und fragt, ob sie mit einem ein Foto machen kann. Kurzes "Hä?!" im Kopf, aber wieso nicht. Wenn's sie glücklich macht. Aber ein bisschen wie diese lebensgroßen Papptafeln wo man den Kopf durchstecken und neben Darth Vader im Brautkleid stehen kann (oder so ähnlich) fühlt man sich dann doch.
Ob ich wohl einen Eintrag in ihrem Tagebuch finde?!
Das war der Kiyomizu-dera. Und tatsächlich war es schon 16:00, als wir durch waren, weswegen wir, da die meisten Sehenswürdigkeiten bereits um fünf schließen, beschlossen haben, dass wir wohl nur nochmal in die Innenstadt fahren und dort dann was essen. Auf dem Weg sind wir noch die kleine Einkaufsstraße runter, die zum Kiyomizu-dera führt, wo es massig Süßigkeiten mit grünem Tee gibt. Ich war ja auf der Jagd nach diesen Plätzchen, die ich letztes Jahr dort gekauft hatte, aber ich hab sie leider nicht gefunden. Stattdessen gab's aber andere, die auch nicht schlecht sind.
Und dann war da überall dieser Grün Tee Baumkuchen. Aber der Preis von 1050 für ein so'n Ring hat mich dann doch ein bisschen abgeschreckt. Was soll's.
Auf jeden Fall sind wir in die Stadt rein, und ich hab doch tatsächlich die Straße wiedergefunden, die ich vor einigen Wochen immer wieder vergeblich gesucht habe.
Und wir haben - sehr traditionell - bei Mos Burger gegessen.
Danach dann zum Bahnhof, nochmal ein bisschen umgeschaut, und was sehe ich da: Geschmacksproben von diesem Baumkuchen. Und ich hab natürlich den Fehler gemacht ihn zu probieren, sodass ich nochmal um gut 1000 Yen ärmer Kyoto wieder verlassen habe.
Aber der Tag hat sich gelohnt!
Da könnte man glatt reinbeissen! (hab ich auch)
Ach, und nochmal extra auf Bitten meiner Mutter hin:
Oben auf dem Berg beim Inari Jinja
Samstag, 1. November 2008
Ich bekenne Farbe.
Ich war gestern zum gefühlten 100. Mal in Umeda (das ist teuer >_<), weil ich zum Zahnarzt musste. Die Heilung verläuft recht gut (juhuu, keine OP!) und zum Glück habe ich ja keine Schmerzen. Das heißt, ich gehe fast schon gerne hin. Aber ich finde die ganze "Klinik" auch so sympathisch. Erstens besteht das Personal aus genau zwei Leuten. Dem Arzt und seiner kombinierten Assistentin und Sprechstunden Hilfe, die, im Gegensatz zu ihm, kein bisschen Englisch spricht und zur Not einfache Sätze aus einer vorgefertigten Liste raussucht.
Zweitens wurde ich von Ono-sensei diesmal mit "Guten Tag" begrüßt. Ich glaube, das ist die deutsche Phrase, die jeder Japaner irgendwann lernt. "Tschüss" hat er am Ende übrigens auch gesagt. Er war bisher überhaupt sehr freundlich.
Drittens gibt es eine Sache, die ich schon immer an Zahnarzt Besuchen gemocht hab. Man kann ihnen total ungeniert in die Augen starren. Und ich tu das doch so gern. Außerdem haben Japaner für gewöhnlich auch noch so schöne Augen.
Tja, auf jeden Fall hatte ich mir vorgenommen nach dem Zahnarzt meine Suche nach einer warmen Winterjacke fortzusetzen. Ich bin also ein bisschen durch die Gegend gelaufen, durch verschieden Geschäfte und habe wieder mal festgestellt: Die Japaner haben zu viel Geld (oder ich lauf einfach in der falschen Gegend rum. Um mich nach dem ersten Desaster etwas zu beruhigen (von wegen "Das ist aber ne schöne Jacke. Hm... sieht hier auch nicht so teuer aus" *nach Preisschild such* "Wie 42000 nochwas?! Wollt ihr mich verarschen. Die is ja noch teurer als die letzte!!") bin ich kurz zu Tower Records rein. Hab aber nix gekauft. (Platten- und Buchläden haben einfach sowas Beruhigendes an sich) Danach bin ich dann zielstrebig zu diesem einen Schuhladen, weil ich mich nach einiger Überlegung entschieden hatte, die Schuhe zu kaufen, die ich da neulich gesehen hatte.
Ürsprünglich wollte ich sie ja in rot, aber da mir 5 1/2 nunmal nicht passt hab ich sie stattdessen in grau gekauft. Aber ich frage mich, wer behauptet Converse Schuhe würden groß ausfallen. Ich hatte noch nie Schuhe in 9 1/2 US Size.
Egal. Nebenan gab's n kleinen Laden mit Jacken. Schienen auch nicht ganz so teuer. Also bin ich rein, und nach ner Weile umschauen und mit dem Verkäufer sprechen hab ich dann tatsächlich ne Winterjacke gefunden, die mir auch gefiel. Und jetzt kommt's. N Preis hab ich nicht gefunden, also nachgefragt, und Qai ist ja bereits leicht paranoid und kuckte erschrocken bei 19800 Yen. Das war sogar mit 5% Rabatt. Dachte mir aber "wenigstens 10.000 günstiger als die letzte" und ich wollte endlich für die kalte Jahreszeit gewappnet sein. Auch wenn es hier noch längst nicht so kalt ist. Man (das heißt wir Gaijin. nicht die Japaner) rennt ja teilweise noch in T-Shirt rum. Aber ich hab ja keinerlei Erfahrung, wie schnell der Wechsel hier verläuft. Keine Winterjacke besitzen macht mich nervös (Nervös König. lol. aber das ist ne andere Geschichte). Zum Glück konnte ich im Nachhinein aber noch abklären, dass der Preis oke ist (jaja, wenn man von den Eltern finanziell abhängig ist...)
Naja, zuletzt noch bei Matsuya rein (Bibindon!! ich liebe dieses Zeug. und ich musste ja was essen wegen der Antibiotika) und dann nach Hause.
Eigentlich fehlen mir jetzt nur noch neue (kürzere und schmalere Hosen).
Und ja, ich bin mir völlig bewusst, dass ich eben wie ein totales Fashion Victim geklungen habe. Whatever. Hab ja ein Klischee, das ich erfüllen muss *lach*
Jetzt aber zum eigentlichen Thema. Heute war das nil Konzert. Und ich bin natürlich hin (sonst wär die Karte ja verschwendet gewesen).
Ich war etwas früh da. Man weiß ja nicht, wie schnell man's findet. Und eigentlich möchte man sich ja auch einen guten Platz sichern. Deswegen früher zu kommen, hätte ich mir allerdings sparen können. Dazu aber später mehr.
Ich bin angekommen, und außer mir stand noch ein Mädchen da, kurz darauf kam dann eine nicht mehr ganz so junge Frau. Nicht alt, aber auch nicht das, was ich normaleweise auf einem Rockkonzert erwarte. Als sie dann nach einer Weile jeweils zu uns beiden hinkam, fragte ob wir nil Fans sein und uns bei Bejahen einen Windbeutel schenkte (auch Schuhcreme genannt...) fing ich an zu überlegen, ob das vielleicht eine Mutter einer der Band Mitglieder war. Diesen Gedanken verwarf ich allerdings schnell wieder als mir einfiel, dass die auch nicht grade die Jüngsten sind. Und so alt sah sie nun auch wieder nicht aus. Vielleicht also ne Ehefrau. Oder ne Schwester. Oder einfach mal ein etwas älterer Fan. Wieso auch nicht.
Aber man ja hat ja beim Warten sonst nichts zu tun außer sich über Belangloses zu wundern. Also machte ich da weiter, wo ich aufgehört hatte. Inzwischen waren ein paar mehr Fans angekommen und mir fiel auf, dass ich in doppelter Hinsicht eine Minorität bildete. Ich war nicht nur einziger Gaijin (was mich nicht wirklich gewundert hat) ich war auch einer von nur drei Männern. Na sowas. Eigentlich hätte ich mit ein paar mehr gerechnet (später im Saal hab ich dann auch noch einige gesehen. aber viele waren's wirklich nicht)
Naja, der Einlass rückte näher und irgendwann kam eine Frau raus und rief einen Schwall japanischer Wörter in die Menge. Ich hab nur irgendwas verstanden von wegen "Leute mit Tickets zuerst" und hab mich dann gleich hingestellt, bis sie verwundert auf mein Ticket gestarrt hat und mir erklärt hat, es geht nach Nummern Reihenfolge. Aha! Das hatte sie also gesagt.
Naja, gut, ich hatte die 125. Hat also ne Weile gedauert, auch wenn einige der zwischenzeitlichen Nummern wohl noch nicht da waren.
War aber auch nicht wirklich schlimm. Der Club war eh nicht recht groß und voll auch noch nicht. Also bin ich zuerst seelenruhig zum Merchandise Stand und hab mir Buttons (ich brauch mehr davon!), die CD, die ich schon seit langem haben wollte, die es aber nur bei Konzerten zu kaufen gibt, sowie, wie kann es anders sein, ein T-Shirt gekauft:
Ich bekenne Farbe, wie gesagt. (aber ich glaub, ich mach noch n besseres Foto. der Spiegel ist ja doch recht verschmiert...)
Zurück zum Konzert. Ich hatte mich auf so ne erhöhte Stufe gestellt, hatte von da ne sehr gute Sicht, und, wie soll ich sagen, das Konzert war einfach geil!
Richtig abgegangen bin ich zwar nicht (ich hatte die Wahl zwischen sehen und in die Meute zu springen, aber da die Meute nicht so groß war und keiner wirklich gepogt hat, entschied ich mich für's sehen), aber es hat wirklich viel Spaß gemacht. Tetsu, der Sänger, hat gut mit dem Publikum kommuniziert, Witze gerissen, die ich leider nicht immer ganz verstanden habe (fand's trotzdem lustig ^^) und geschwitzt wie ein Schwein. Meine Fresse, es geht nicht nur mir so. Kaum war er auf der Bühne, schon "SPLOSH!!"
Mein Lob außerdem an den Bassisten für seinen durchtrainiert sehnigen Oberkörper, den er zurecht gezeigt hat (versteht mich nicht falsch. mein Typ war er nicht. er verdient einfach nur ein Lob).
Naja, was soll ich sagen, es hat wirklich viel Spaß gemacht, sie haben eine Menge guter Songs gespielt (unter anderem "Emergency Chords". ein persönlicher Favorit. wusste ich aber bereits vorher, dass sie den spielen würden. man hat beim Warten nämlich hin und wieder was von den Rehearsals gehört) und das Publikum zu beobachten war auch interessant. Erstens sind japanische Fans koordinierter. Es gibt fast schon kleine Choreograhpien (aber keine ParaPara in diesem Fall) und man tut sich als Europäer etwas schwer da reinzufinden. Zweitens gibt es manche Fans, die einfach nur lustig sind in ihrem Verhalten. Ein Mädchen zB das immer so wirkte als wolle sie den anderen ganz aufgeregt mit überstreckten Arm und Fingern irgendetwas oben an der Decke zeigen. Es wirkte leicht steif, sagen wir's mal so. Aber sie schien ihren Spaß zu haben.
Und dann waren da noch die kleinen Kinder. 2-4 Jahre, so um den Dreh, die irgendwann bei Tetsus Gelabere dazwischen gequasselt und viel Gelächter hervorgerufen haben.
Das beste aber war ein Mädchen, dessen T-Shirt ich nach dem Konzert bewundert habe. "Nervös König" stand da drauf. Ich weiß ja nicht, ob das einfach war um besonders "Heavy Mental" zu sein (so von wegen "Du hast nur ein Umlaut?! Ha! Ich hab zwei!!") oder ob das tatsächlich einen Sinn ergeben sollte, aber! Ich will auch so eins!!
Insgesamt auf jeden Fall ein gelungener Tag.
Tja, eigentlich sollte hier noch ein Foto vom Eingang des Shangri-La (der Location) rein, aber das ist auf meinem Handy und ich muss erstmal herausfinden, wie ich das von da auf meinen Labtop bringen.
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Ginnan Sai - Das Uni Fest (oder: Ich bin doch kein Zirkuspferd!)
Wir waren vorher noch beim Rathaus gewesen (ab heute kann ich mich offiziell als Alien ausweisen) und kamen so gegen 2 auf dem Uni Gelände an.
Erstmal ging jeder so seine Wege. Was aus einem Grund vielleicht keine so gute Idee war. Denn wie heißt es so schön?! Zusammen sind wir stark.
Das Problem ist erstens: Bei einem solchen Uni Fest besteht mindestens ein Drittel der Stände aus Fressalien und alle versuchen gleichzeitig möglichst viel zu verkaufen um Geld für ihren Club, Circle oder was auch immer einzutreiben.
2. Fällt man als Gaijin (Ausländer) extrem auf und wird quasi von allen Seiten belagert. Erstmal nur kucken is da nich!
"Ato de - nachher" so hatte ich mich einmal rausgewunden und sonst die meiste Zeit einfach versucht jeglichen Augenkontakt zu vermeiden. Aber irgendwann versagt auch die stärkste Waffe und wenn jemand sich direkt vor mir stellt wie eine Barrikade und versucht mir Takoyaki zu verkaufen, wer bin ich da nein zu sagen?! Die Takoyaki hab ich also gegessen und mit angeregten Appetit (die Portion war doch recht dürftig) wollte ich dann zu dem Yaki Udon (gebratene Nudeln) Stand zurück.
Doch Pustekuchen. Fast an meinem Ziel spricht mich so ein Mädel an: "Do you like music?!" Was für ne Frage. Klar! Sie erzählt mir, dass oben über der Mensa grad so ein kleines Live Event läuft, es sei zwar die letzte Band, aber ob ich nicht Lust hätte mir das anzuschauen?!
Also bin ich mit. Gratis Musik, da sag ich auch nicht nein. Und tatsächlich klang das gar nicht mal so schlecht. Hab nur blöderweise nicht wirklich mitbekommen, wie die Band hieß. Saa... ich hätte sie fragen sollen. Wir standen nämlich nachher noch ne Weile und haben uns unterhalten (während ich, wie versprochen, meine Yaki Udon gegessen hab). So das Übliche; wo ich herkomme, was ich mache, was ich noch so vorhab... und während wir da standen, kamen Leute vorbei, stellten sich kurz vor, verschwanden dann wieder, dann kamen andere, blieben etwas länger, noch jemand kam zu, fragte die anderen auf Japanisch über mich aus (ich hatte das Gefühl, DIE Attraktion schlechthin zu sein), bis einer von ihnen ihm sagte, ich verstehe auch Japanisch. Das war ihm dann etwas peinlich. Ich so: Macht nix, macht nix. Ich hör eh nicht so gut.
Jaja, und irgendwann während des Gespräches kam die obligatorische Frage: Spielst du in ner Band?!
Nach einigen enttäuschten Gesichtern zuvor habe ich diesmal einfach behauptet (und werd es auch in Zukunft tun), ich hätte zumindest mal in einer gesungen (also falls mal jemand fragt; in der High School, ne), da blamier ich mich dann auch nicht, sollte mir jemand mal ne Gitarre vorsetzen und mich bitten zu spielen >_<
Und ansonsten, wow, ich wurde zum ersten Mal nach Vorhandensein einer Freundin gefragt.
Naja, nach einer Weile trennten sich unsere Wege wieder und ich machte mich auf die Suche nach meiner vorherigen Begleitung. Fast da, schon gespottet, wurde ich auf den letzten Metern nochmal abgefangen, diesmal für pikante Crepes. Die Leute waren sympathisch, der Crepe kostete nur 150... und ich hatte keinen Hunger. Trotzdem einen gekauft um ihn dann gleich an jemand anderes weiterzugeben.
Nach einer Weile (einer sehr kurzen Weile) zu zweit, stießen wir dann auf den Rest der Meute, teilten uns wieder auf und ich merkte schnell, wie gesagt: In der Gruppe sind wir stark.
Man fällt zwar noch mehr auf als wenn alleine, dafür lässt sich das Essen aber auch auf mehr Menschen verteilen. Yokatta!!
Wir sind ne Zeit lang rumgerannt, irgendwann hab ich mich dann wieder von den anderen gelöst um mir die Musiker auf der Hauptbühne anzuschauen und zuletzt, nach einem Abstecher zum Street Dance Auftritt, bin ich dann nach Hause.
Insgesamt war es ganz interessant, vor allem wegen der Leute, die ich kennen gelernt habe, aber wirklich das Wahre war es nun auch nicht.
Das Bild des Tages:
Dienstag, 28. Oktober 2008
1. Oktober 2008, 9:52 in Osaka, Japan
Bin grade noch in meinem Hotel Zimmer. Habe noch etwa ne Stunde bis zum Checkout. Vorher werd ich das Hotel auch nicht verlassen. Muss ja dann wieder meinen Koffer mit mir rumschleppen bis um eins.
Naja, aber erstmal noch ne kleine Ergänzung zum gestrigen Eintrag:
Finland ist wirklich wunderschön von oben. Alles nur Wald (und bei Nacht ein Meer aus Lichtern). Von den tausend Seen hab ich leider nicht so viel gesehen. Helsingfors (hatte ganz vergessen, dass die Hauptstadt schwedisch auch so heißt) liegt ja recht Küsten nahe und als wir weiter geflogen sind, war es bereits dunkel.
Aber das Warten auf den Anschlussflug war interessant bis lästig (es gab ja noch nicht einmal ne zweite Sicherheitskontrolle, die einem etwas Zeit geraubt hätte...).
Die erste Stunde hatte ich mit Rumwandern verbracht, die zweite mit Schreiben und lesen, die dritte mit noch mehr Rumwandern und überteuertem Essen, und die letzte dann mit Sitzen und Leute beobachten.
"Densha" war offensichtlich genauso ungeduldig, wie ich (wenn nicht sogar mehr). Ich hab ihn einmal an mir vorbei laufen sehen, zweimal, und als er offenbar ein viertes Mal den gesamten Wartebereich umrundet hatte und dessen noch immer nicht müde schien, musste ich lachen.
Der Flug war recht angenehm (für einen Langstreckenflug, versteht sich) Allem voran wegen dem einen Steward. N geilen Arsch hatte der (9:30 Stunden Flug und die Gedanken wandern....)
Neben mir saßen übrigens zwei Deutsche, Dass ich einer bin wussten sie aber bis zuletzt nicht. Seh ja auch so finnisch aus XD Die haben die meiste Zeit durchgepennt. Bessere Sitznachbarn kann man sich kaum vorstellen.
Aber egal. Genug vom Flug.
Ankommen war die übliche Prozedur.
Der Beamte hatte meine (inzwischen etwas ledierte) Frisur bewundert, mir wurden die Fingerabdrücke abgebrannt, und mein Koffer war gleich schon da. Erst danach wurde es etwas anstrengend.
Ich kam raus, hab auch gleich n Telefon und n Telefonkarten-Automat gefunden, wollte Zuhause anrufen... doch es war besetzt.
Häh?! Wie jetzt?! Um fünf Uhr in der Früh?!
Ein paar Minuten später nochmal versucht - immer noch besetzt?
Festgestell, irgendwas mach ich falsch. Hab mir dann den nächsten Gaijin gekrallt, der sich ebenfalls grad ne Karte gezogen hatte, und ihn um Rat gefragt (hatte da echt keinen Nerv es auf Japanisch zu versuchen). Nach etwas hin und her hat es dann tatsächlich geklappt, die Karte (von 1000 yen) ist schon fast leer, und meine Eltern hoffentlich beruhigt.
Danach erst die Frage, wie komm ich am besten zum Hotel? Nach Osaka ging ja noch recht einfach, aber dann wurde es verwirrend (ich mag unterirdische Mals nicht. man verliert komplett die Orientierung), aber zum Glück kam ein Hilfsbereiter Japaner des Weges. Ryu oder Ryo hieß der. Hehe, er hat mich gefragt, ob ich in ner Band spiele.
Naja, auf jeden Fall hat er mir den Weg gezeigt, dabei einen Zwischenstopp bei Osakas besten Kroketten gemacht (die sind echt verdammt lecker) undmich bis zum Hotel gebracht. Er hat ja Zeit, meinte er.
Hatte schon überlegt ob ich ihm irgendwie danken könnte, aber ich war einfach zu müde um mir irgendwas gescheites einfallen zu lassen...
Auf meinem (winzigen) Zimmer hab ich mich dann erstmal kurz hingepackt, mich dann gewaschen und mir was frisches angezogen bevor ich rausgegangen bin um die Gegend ein bisschen zu erkunden. Da war so ne ewig lange, überdachte Einkaufsstraße, wie sie offenbar üblich sind in Japan. Das meiste eher wenig interessant, aber dann bin ich über das hier gestolpert:
Ob das so ne gute Werbung für ein Cafe ist?!
Wenigstens sind sie ehrlich.
Naja, hab mir in der Gegend erstmal zwei wichtige Dinge gekauft. Ne Stadtkarte und Renu Kombilösung. Fand dann aber schnell heraus, dass es da nicht so viel spannendes gab.
Bin noch ein Stückchen weiter und sah dort in der Ferne etwas großes buntes. Schau's dir mal an, bevor du dich woanders hinbegibst. Ich hab also die Treppe zu dem "Daiso" betiteltem Geschäft erklommen und festgestellt, dass ist ein Laden für den täglich (und nicht ganz so alltäglich) Non-Food Bedarf. Uninteressant in diesem Moment entschloss ich wieder nach unten zu gehen, was dann aber ein bisschen schneller als verhofft geschah. Ich bin wohl irgendwie falsch aufgetreten auf den regennassen Stufen und erstmal ein gutes Stückchen nach untern gerutscht. Mit einem aufgeschürften linken Arm und einem riesigen (später violett bis grünlichen) Blauen Fleck auf dem Oberschenkel bin ich wieder davon gehumpelt mit dem festen Vorsatz in Zukunft japanische Treppen vorsichtiger zu betreten...
Nach dieser Aktion hatte ich vorerst genug von der Gegend und beschloss mal nach Nanba zu fahren, weil ich schon einiges darüber gehört hatte.
Ich fing mehr oder minder mit etwas Conbini Hopping an, leicht hungrig und auf der Suche nach Omuraisu Nigiri (nachdem ich um meinen letzten ja betrogen wurde). Nach einer Weile fand ich sogar einen, mit dem winzigen Problem jedoch, dass ich danach das Gefühl hatte, nur noch Conbinis zu sehen. Eigentlich wollte ich nen Plattenladen!
Aber auch das sollte mir schnell vergönnt sein. Tower Records!! Hab mir dort erstmal nur das neue nil Album gekauft, und hab mir dann was richtiges zu essen gesucht. (geliebtes Yoshinoya)
Wieder Zuhause wollte ich noch ein bisschen an meinem Eintrag schreiben, aber als ich stattdessen nach einer Stunde etwas wieder zu mir kam, entschied ich mich besser doch erstmal zu schlafen.