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Samstag, 21. August 2010

Tokyo, Teil 4 - Buck-Tick

Ich weiß nicht, wer sich erinnert, aber in meinem Post über den Besuch des Sumiyoshi Taishas, hatte ich wie folgt angedeutet:
"Es war der 7. März [2009] und der Tag hatte nicht wirklich gut angefangen. Aber das ist eine andere Geschichte."
Und an dieser Stelle möchte ich die Geschichte gern erzählen.
Sie geht etwas weiter zurück. Denn als ich mich entschieden hatte, verfrüht nach Hause zurückzukehren, musste ich mich auch für ein Rückflugdatum entscheiden. Es gab eine Sache, die ich gern noch machen wollte, bevor es zurück ging: Einmal meine Lieblingsband live sehen.
Buck-Tick hatten kürzlich ein neues Album rausgebracht, und als feststand, dass der Tour Auftakt am 3. April im Großraum Tokyo stattfinden sollte, stand auch für mich fest, dass dies ein krönender Abschluss meines Aufenthaltens werden würde.
Ich hatte also mein Rückflugdatum auf Samstag, den 4. April gelegt, und stand am Tag des Starts für den Ticketverkauf extra früh auf. Dieser sollte um punkt 10 Uhr vormittags des 7. März anfangen, online.
Ich loggte mich ein, eigentlich zeitig genug, doch ich hatte keine Chance. Die Seite war so überlastet von den ganzen Leuten, die scheinbar auch ein Ticket wollten. 404
Also: Aktualisieren. Aktualisieren. Aktualisieren. Atualisieren. Aktualisieren, aktualisieren, aktualisieren....
Und als die Seite für mich wieder verfügbar war, waren alle Tickets für die "Premiere" weg.
Ich sag euch, in dem Moment mochte ich die Japaner nicht. Die hätten doch genau so gut ein späteres Konzert besuchen können. Ärsche!
Nunja, aufgeben wollte ich allerdings nicht. Also ging ich in den nächsten Wochen immer wieder auf Yahoo Auctions (eBay Japan gibt's nämlich nicht) und schließlich wurde ich fündig. Natürlich hätte ich die Auktion erst noch gewinnen müssen, doch diese Chance hab ich gar nicht erst gekriegt.
Ich meldete mich an, wollte bieten, doch nix da! Europäische Kreditkarten nehmen die nicht!
Scheisse! Verdammt! Ärsche!
Aber eine letzte Möglichkeit blieb mir ja noch.

Spulen wir mal vor zum 3. April.
Ich war ohnehin in Tokyo und ich hatte mir gesagt: Nu fährste hin zur Konzertlocation und wer weiß, vielleicht ist die Freundin von jemand krank geworden und der verkauft jetzt das extra Ticket oder so. You never know. Wirklich dran geglaubt habe ich nicht, aber wenigsten ein bisschem Merchandise wollte ich abstauben.
Gesagt, getan stand ich etwas später um ein T-Shirt reicher herum, als auch die Prinzessin nachkam. Sie hatte zuvor noch zu tun gehabt. Ich weiß nicht mehr was.
Also standen wir da und hielten gemeinsam Ausschau. Meine Begleitung hatte aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen riesigen Durst und als sie grade wieder am Automaten stand, schielte ich zu einem Tisch rüber, der grade aufgebaut worden war nahe des Merchandiseverkaufes.
"Was sind denn das für Schilder?", fragte ich mich "Und wozu soll der Tisch überhaupt gut sein?"
Ich versuchte denn Text zu entziffern, traute meinen eigenen Japanischkenntnissen in diesem Moment nicht und wurde plötzlich ganz hibbelig. Aufgeregt rief ich die Prinzessin zu mir und bat sie, meinen verdacht zu bestätigen. Ganz sicher war sie sich aber auch nicht, und so blieb mir nur nachzufragen.
Und was soll ich sagen; Mütter haben eben immer recht. "Vielleicht gibt es ja ne Abendkasse", hatte sie gesagt. Und ich hatte ihr nicht geglaubt. Abendkasse bei nem Rockkonzert?! Es war doch ausverkauft!
Aber tatsächlich! Wir haben zwei Tickets bekommen und sie waren nur so 300 Yen teurer als normal.
Danach hieß es nur noch warten. Wir kauften uns noch was zu essen und liefen ein bisschen in der nähe rum. Bei der Gelegenheit machte ich auch ein Foto vom Tour Wagen:



Leider ein bisschen dunkel, ich weiß. War eben schon abends.
Aber hier nochmal heller, dafür verwackelt:




Ja, und dann fing der Einlass an und es folgte die nächste Überraschung. Denn unsere Plätze waren sogar richtig gut. Weiter vorn wär natürlich noch besser gewesen, aber wir saßen mittig und hatten freie Aussicht auf die Bühne.
Bevor die Show anfing, machten wir noch Bekanntschaft mit meinem Sitznachbarn. Er hatte uns angesprochen und gefragt, ob wir Buck-Tick Fans seien... Er war so... ich weiß nicht, von der Kleidung her würde ich ihn höchstens auf Enddreißiger schätzen, aber er sah so verbraucht aus irgendwie. Für einen Japaner richtig alt...
Nun, er meinte auf jeden Fall, dass er von Anfang an Fan der Band gewesen war und sie auch persönlich kannte. Das er sie getroffen hat konnte er mit Fotos beweisen. Ob er wirklich mit ihnen befreundet ist, will ich nicht beurteilen, aber ein bisschen Stalker Flair hatte er schon.

Nun, das Konzert fing an und es war wirklich berauschend. Tolle Licht- und Bühnenshow, die man aber erlebt haben muss. Viele tolle Songs, hauptsächlich vom aktuellen Album, memento mori, aber auch "alte Hits", wie zum Beispiel Shanikusai, einer meiner Favoriten.
Und vor allem; Sakurai Atsushi gehört zu den Sängern, die auch auf der Bühne nach viel Bewegung die Töne noch treffen (was man wirklich nicht von allen Rock Acts sagen kann).

Das Konzert war zu Ende und ich war glücklich. Jetzt musste ich nur noch nach Hause und packen.


Nächstes Mal: Der Rückflug und mein erster Tag zurück in Deutschland.


Musik: Buck-Tick -Dokudanjou Beauty




(Ich glaub, ohne Frau würde mir das Video besser gefallen)

Dienstag, 24. März 2009

Yeah!

Ja... ich hab noch so einiges nachzuholen. Da wäre noch die vorerstletzte Fahrt nach Kyoto, den Sumiyoshi Taisha sowie den Horyuji. Und nächste Woche geht's vor meiner Heimreise dann nochmal nach Tokyo. Aber über all das schreib ich, so bald mich die Inspiration packt.

Vorerst ein Bericht zu dem Konzert bei dem ich am 21. war:
Jaa... wie soll ich anfangen?! Ich bin um etwa 15:00 los und ca.ne Stunde unterwegs.
Als ich ankam, waren schon einige andere Fans da, aber wirklich voll war's noch nicht.

Das Zepp Osaka liegt am Hafen, und so konnte ich auch davon ein Paar Fotos machen:









Oke, so schrecklich viel vom Wasser sieht man auf den Bildern leider nicht...


Ich war also um kurz nach 16:00 da, noch war nichts los, aber ich war sehr gespannt. Nicht nur auf das Konzert selbst, sondern auch auf die Organisation. Sprich: den Merchandise-Verkauf und Einlass. Denn beim letzten Konzert war dies doch sehr chaotisch gewesen...
Aber! Fast genau eine Stunde vor Einlass (also um 16:30 herum) hieß es: bitte stellt euch in zwei Reihen auf, der Merchandise-Verkauf fängt gleich an.
Gesagt, getan. Alles verlieb reibungslos, und nachdem ich bei den letzten beiden Konzerten keins ergattert habe, und sie hier auch noch so verhältnismäßig günstig waren, hab ich mir gleich zwei T-Shirts geholt.

Eins von fünf verschiedenen Tour T-Shirt:










Und nochmal eins für die Speziellen Location:







Danach konnte man auch nochmal ins Rocker Room um seine Sachen einzuschließen, was ich auch tat, wonach ich dann wieder, wie erbeten, aus dem abgegrenzten Bereich raus bin.
Etwa ne halbe Stunde dauerte der Merchandise-Verkauf und nachdem die letzten Leute wieder raus waren, wurde sofort umgeräumt für den Einlass.
Bald wurden wir angewiesen uns auf bestimmte Bereiche aufzuteilen, die passend zu den Nummern auf unseren Tickets ausgeschildert waren, und dann fing der Einlass auch an. Pünktlich. Wow.
Es war übrigens mein drittes Konzert mit Getränke Ticket. Das heißt, man muss zusätzlich zum schon gekauften Konzert Ticket noch 500yen für einen Getränke Gutschein zahlen. Komische Sache, das, aber statt einem Stück Papier gab es diesmal ne Getränke Münze. Etwas größer als ein 2Euro Stück aber mit der "Gold/Silber" Verteilung eines 1Euro Stücks (übrigens hab ich mir kein Getränk gekauft (hatte mir schon vorher was geholt, und im Gegensatz zu Deutschland darf man in Japan Flaschen mit rein nehmen) und die Münze einfach behalten).

Soo... Ich bin also rein und hab mir nen eigentlich guten Platz gesucht, aber die Leute neben mir bzw teilweise vor mir waren recht... nervig. Kicher Gören, sozusagen.
Aber was soll's, davon lass ich mir doch das Konzert nicht verderben.
Nach einer Weile in der ich ihr Rumgealbere ertrage musste, fing das Konzert dann auch - fast pünktlich - an.
Ja, und jetzt fragen sich vielleicht einige: Wer hat überhaupt gespielt?!
"The Birthday" heißt die Band, und wurde gegründet (mitbegründet?) vom Sänger, Chiba Yuusuke, quasi schon ein "alter Hase" im japanischen Musik Bussiness. The Birthday ist seine dritte Band nach "Thee Michelle Gun Elephant" und "Rosso", die ich auch sehr gerne höre (alle drei Bands spielen übrigens hauptsächlich Garage Rock, mit verschiedenen anderen Einflüssen wie Blues etc.).
Nu war es mir aber natürlich nicht möglich auf Konzerte der beiden zuletzt genannten Bands zu gehen, und so habe ich mich um so mehr gefreut, dass ich noch die Gelegenheit hatte "The Birthday" live zu sehen.

Aber was kann man noch groß zu nem Konzert sagen?! Eigentlich muss man ja da gewesen sein...
Die Band hat echt toll gespielt, Chiba hat brilliert und das Publikum ist richtig abgegangen (Crowd Surfen schien bei ihnen sehr beliebt...)
Sie haben viele gute Songs gespielt (was ja auch nicht so schwierig ist, wenn man so tolle Musik macht) und auch viele meiner Favoriten gespielt. Und, wie soll ich's ausdrücken?! Chiba Yuusuke hat einfach ne geile Stimme, ne tolle Ausstrahlung und einen Hals in den man einfach nur reinbeißen möchte *lach* Kurz gesagt: ich steh auf den Typen.

Ah, aber damit ihr euch auch noch von der Qualität der Musik überzeugen könnt, HIER noch ein Beispiel.


Und noch als kleiner Bonus hier zwei Videos von Chibas früheren Bands:

Thee Michelle Gun Elephant




und Rosso




(leider war es nicht möglich das The Birthday Video direkt im Blog unterzubringen. nur dass ihr euch nicht wundert)

Dienstag, 17. Februar 2009

"Reisebericht" (extrem verspätet)

So... wie ihr alle wisst, bin ich am 23. (dem Tennou Geburtstag) nach Tokyo gefahren.
Ich stand um 6 Uhr morgens auf und fuhr um kurz vor acht von Uenoshiba los. Erster Umstieg wenige Minuten später. Es sollten 9 weitere folgen. Ich war insgesamt um die 11 Stunden unterwegs. Nicht grade spannend, aber was tut man nicht alles um ein bisschen Geld zu sparen (so ca. 10000 Yen).
Schließlich angekommen und im Hotel eingecheckt hab ich gleich meine "Kontaktfrau" angerufen und wir vereinbarten uns kurz darauf in Shinjuku zu treffen (ich hasse den Ost Ausgang). Pubben gehen im Kabuki-cho. Bei Hub. Scheint ne Kette zu sein. Gibt's auch hier in Osaka.
Es war auf jeden Fall ein netter entspannter Abend, mit leckerem Essen, tollen Getränken (die hatten einen tollen Moscow Mule. sehr limettig) und Leute Beobachten.
Wie zB den Ami (ich vermute) der die Jukebox mit lauter Liebessongs zugehauen hatte um seine japanische Freundin rum zu kriegen. Die schien allerdings eher gelangweilt. Kann ich verstehen. Wer hört so n Mist?!
Naja, so dauerte es auch noch eine ganze Weile, bis "unser" Song (Killing in the Name) gespielt wurde, nachdem wir dann schließlich gingen. Nur um noch schnell Purikura zu machen. Die ersten in meinem gesamten Leben...


24. Dezember - Weihnachten. Purikura, die Zweite




Der 24. war mein großer Tag. Ich sollte am Abend zu meinem ersten Merry Konzert, aber vorher trafen wir uns noch um Shibuya abzulaufen.
Angefangen mit der Takeshita Doori (quasi Treffpunkt der "hippen" japanischen Jugend, mit vielen kleinen bunten Geschäften) ging es weiter zu Kiddy Land (ein riesiger Spielzeug Laden mit allem möglichen Krims Krams von Hello Kitty über Snoopy bis Haribo) und dann wieder zurück, Pizza Essen. Und ich sag euch, die Pizza muss ich nochmal Essen bevor ich zurückfliege. Zum Glück ist es eine Kette.
Danach wieder Purikura. Und ich gebe zu, mit Alk lief es besser XD
Schließlich ging es weiter in Richtung Shibuya Bahnhof, vorbei an der C. C. Lemon Hall (die Konzert Location) und ab zu Tower Records, dem (nicht mehr ganz) größten Plattenladen der Welt. 7 (oder 8?!) Stockwerke CDs, DVDs und Bücher. Ein Paradies auf Erden. Und trotzdem haben die anderen nicht bekommen was sie suchten (but that's their story to tell). Also noch ein bisschen weiter, ab zu HMV. Mit genau so wenig Glück.
Dort wieder raus blieb uns noch ne ganze Weile bis zum Konzert und es war scheiße Kalt also gingen wir ins nächste Kaufhaus. Auf der Suche nach nem Sitzplatz fuhren wir zuletzt aufs Dach und geraten "mitten" in ein Kinder Fußballspiel. Über die Kopfbedeckung der einen Trainerin sag ich jetzt lieber nichts, aber wir drei fühlten uns, zugegeben, etwas malplatziert zwischen den ganzen Eltern.
Noch etwa ne halbe Stunde bis zum Einlass sind wir dann zur Halle gewandert und nachdem ich mir beim Merchandise Stand n T-Shirt gekauft hatte (wie es sich gehört), und weil es scheiße kalt war, hab ich den anderen gesagt sie könnten ruhig schon nach Hause gehen. "ich komm schon alleine klar!"
Der Einlass ging los, alles verlief Reibungslos und jeder erhielt eine Karte mit Weihnachtsgrüßen der Bandmitglieder. Ich fand meinen Platz und mit nur wenigen Minuten Verspätung fing das Konzert an.
Eigentlich war mein Platz ganz in Ordnung, sehr mittig, nur etwas weit weg. Was darin resultierte, dass ich die beiden Gitarristen einfach nicht auseinander halten konnte. Tja... aber wie so häufig hat man seine Lieblingsmember (in meinem Fall Sänger und Bassist) und so machte es nicht so viel.
Gara (der Sänger) ist wirklich n Spast. So wie der auf der Bühne rumhampelt, den Tisch vögelt und Purzelbäume schlägt... Ich mag ihn ^^ Ich mag seine Stimme, auch wenn er bei Konzerten tendiert etwas außer Atem zu geraten.
Aber er ist scheiße mager. Und n krummen Rücken hat er auch. Vom Weiten sieht er manchmal aus wie n alter Mann. Aber ein sehr aktiver...
Tetsu, der Bassist, ist da ganz anders. Ich wurde dran erinnert, wie sehr ich doch eigentlich auf lange Glieder stehe (ein Schelm wer böses dabei denkt...). Und überhaupt auf große Männer.
Er ist vergleichsmäßig eher ruhig. Cool, wie ich eigentlich ungern sage. Aber hier passt's.
Neben der Band, war aber auch das Publikum sehr interessant zu beobachten. Und außerdem wesentlich näher dran. 2 Reihen vor mir saßen 4 Ausländer, die aber nur Paarweise zusammengehörten. Zwei davon Deutsche. Ein Mädchen und ihre Mutter, scheinbar.
Die Mutter war die meiste Zeit recht ruhig, aber dann bei der ersten Zugabe, Fuyu no Castanet (neueste Single, ein Weihnachtssong) ging sie auf einmal total ab, schwang ihre Arme, kreiste mit den Hüften... während der Rest nur da stand, ausnahmsweise ohne Choreo. Sie war zugegeben ausgesprochen Unterhaltsam.
Außerdem, ich gebe zu, auch trotz den teilweise albernen einstudierten Choreographien, die man beim Japanischen Publikum beobachten kann (das kann man nicht beschreiben, dass muss man gesehen haben...), ich glaube,ich mag sie lieber als die deutschen Fans. Das heißt, seien wir fair: lieber als die deutschen Kreischis. Statt unmenschlich hohe Frequenzen zu treffen (und mir Kopfschmerzen zu geben) fauchen die Mädels einfach. Oder so klingt es. Keine Ahnung ob das auch bei Boy Group Konzerten so ist. Ich bezweifle es. Aber das kann mir ja auch egal sein.
Soviel zum Publikum, weiter mit der Zugabe. Der erste Song, war, wie bereits erwähnt ihr neues Weihnachtslied, mit Kunstschnee und allen. Ein langsames Stück, sehr Stimmungsvoll. Irgendwann spielten sie auch Japanese Modernist und dann gab's natürlich das obligatorische... 15 minütige Solo Neros (Pinkelpause für den Rest). Das ist der Drummer. Und Sprecher der Band. Er trug ein Weihnachtsmann Kostüm. Und er hat gerockt. Der Typ ist ne echte Stimmungskanone, weiß das Publikum einzuheizen...
Wo wir schon beim Obligatorischen sind; dazu gehört ja auch Garas Kalligraphie Stunde. Oder sagen wir, da er einen Gag draus macht nie öffentlich zu sprechen (bei Video Interviews wird seine Stimme übergepiepst und untertextet) schreibt er seine Botschaften an die Fans immer mit Pinsel auf Papier. Einmal hat er dabei auch einen Apfel gegessen und den auch angemalt und dann nochmal reingebissen... diesmal allerdings nicht. War alles sehr im Sinne von Frohe Weihnacht und ein gutes neues Jahr. Verabschiedung des alten etc.
Ich muss sagen, die Band hat ziemlich viele... Ticks. Oder nennen wir es Rituale. Aber ich mag sie auch grade deswegen. Und natürlich wegen ihrer Musik. Wer sie noch nicht kennt sollte mal hier reinhören. Oder sich dieses Live ansehen.
Nach etlichen Zugaben (inkl. goldenem Flitter) ging das Konzert langsam zu ende, und weil ja Weihnachten war mit reichlich "Bescheerung". Und diesmal haben sogar welche im zweiten Stock (europäisch gezählt erster) was abbekommen. Beeindruckend wie weit Nero die Sticks werfen konnte.

Apropos Bescheerung: ich hab eine Winnie the Pooh Kalender bekommen ^^ (jetzt hab ich einen Kalender für jede Ecke. lol) Mit den original Zeichnungen, versteht sich. Fuck Disney!


25. Odaiba - Ein Tag am Meer.

Am ersten Weihnachtstag ging's nach Odaiba.
Viel zu sagen gibt es da nicht. Es war kalt. Aber schön. Lasst die Bilder für mich sprechen:



Irgendwie sehen diese Kräne aus wie Tiere. Mit langen Köpfen. Oder Schnäbeln...




Schiff Ahoi!




(ein Eindringling!)




Ich bin ja sonst kein großer Fan von Kurven (XD) aber hier machen sie sich nicht schlecht




Ich glaube, der Mensch fühlt sich von Brücken irgendwie magisch angezogen...




Ja sind wir denn in Amerika?! (man merkt, das viele Fast Food geht auch nicht an der Freiheitsstatue vorbei... lol)


Nach dem Abenteuer am Strand sind wir dann (nur noch zu zweit) noch in ein berühmtes Ramen Lokal gegangen. Das war auch ein Abenteuer für sich.
Das Lokal ist für seine angeblich sehr scharfen Nudelsuppen bekannt. Es gibt 12 Stufen, und da mich einige Leute schon vorgewarnt hatten, hab ich erstmal mit 6 angefangen. Wäre aber auch schärfer gegangen. Die eigentlich Herausforderung war nämlich die Portionsgröße. Ich hatte aus Versehen Jumbo bestellt. Und das Ding war wirklich Jumbo. 30cm im Diameter war die Schüssel auf jeden Fall. Und egal wieivel ich aß, es wurde und wurde nicht weniger...
Gott war ich danach voll.
Das nächste Mal nehme ich Stufe 9. Oder 10 ^^


Der 26. - Ein guter Tag

Als erstes ging es nach Shinjuku. Ich hab mir Buttons gekauft. Und ne CD für teuer Geld. Aber wenigstens hab ich sie endlich. (Disband Ärsche!) ^^
Danach ab zum Karaoke.
Wir mussten zwar ne ganze Weile warten um ran zu kommen, aber es hat Spaß gemacht und war vieeel billiger als beim letzten Mal. Dazu das leckere Essen (ich hab endlich mal schokolierte Chips probiert. yummy ^^) und viele gute Songs von Anime Klassikern über Buck-Tick (musste sein) bis natürlich "Iron Man"...
Zuletzt ging es nochmal nach Ikebukuro. Hauptsächlich zum Crepe essen, weil es dort angeblich die besten ganz Tokyos gibt, aber natürlich auch, weil ich zum Animate wollte. Und, wie immer hab ich mich verlaufen. Aber diesmal auf ner ganz anderen Strecke als die letzten beiden Male...


27. - Das Bounenkai

Bounenkai ist ein traditionelles Fest das wohl eigentlich am ehesten mit unseren Weihnachtsfeiern zu vergleichen ist. Es bedeutet so viel wie "Treffen zum Ende des Jahres" uund das ist es auch. Es gibt kein festes Datum, aber wird meistens Ende Januar gefeiert. Das Treffen kann von der Firma organisert werden, vom Uni Club oder einfach nur unter Freunden statt finden. Man isst, spielt und trinkt vor allem (wie bei einer Weihnachtsfeier...)
Aber jetzt fragt man sich: wie komme ich zu einem Bounenkai in Tokyo?! Jaha! Vitamin B ist das Stichwort. Es war eigentlich das Bounenkai einer Lehrerin der Joshi Gakushuin für ihre Schüler. Ich war quasi nur Begleitung ^^ Aber es hat echt Spaß gemacht.
Hinfinden war recht leicht, und dauerte bei weitem nicht so lange wie behauptet, sodass wir uns die Zeit bis 18:00(?) auf einem Spielplatz vertrieben. Auch ohne Drogen...
Aber als dann später alle da waren fing die Feier an. Mit selbstgemachten Gyoza (die Falttechnik hab ich immer noch nicht ganz hinbekommen...) und danach natürlich essen. VIEL Essen!! Nebst gekochten und gebratenen Gyoza gab's Salat, irgendwas eingelegtes(? Eier, Fleisch (ich hab mir sagen lassen, es schmeckte ein bisschen wie Eisbein) und Daikon. oder Renkon?! Aaah, ich hab vergessen, welches welches ist...), Brot, Back Kartoffeln, was Gulachartiges und... hab ich was vergessen?!
Zum Nachtisch gab's dann noch Schokokuchen mit Eis und Früchten. Und Plastikgabeln...
Alkohol gab's eigentlich weniger. Nur Wein. Und da ich nicht so gerne Wein mag...
Zum Abschluss, nach dem großen Fressen, haben wir schließlich Jenga gespielt. Gott, ist das lange her.
Alles in allem ein sehr schöner Abend (an dem, natürlich, auch die obligatorische Lieblingsbeschäftigung der Japaner nicht fehlen durfte: das Selbsvorstellen inkl. anschließendem Ausfragen)

Kommischerweise habe ich davon keine Bilder gemacht.


Der 28. war eher weniger spannend. Wir sind nach Osaka gefahren, und damit ist ein großteil des Tages vergangen. Aber wir haben Schnee gesehen. Wow...
Aber am 29. stand dann endlich das nächste Konzert an.
Wir haben den Tag in Tennouji angefangen und dort den Shi-Tennouji besichtigt,






Auf dem Foto sieht man's nicht ganz so gut, aber die Gebäude sehen von diesem Punkt aus betrachtet, ein bisschen wie ein Samurai in Rüstung aus.


worauf wir weiter zum Osaka-jo Koen gefahren sind. Denn hier steht die Osaka-jo Hall und dort fand das Konzert statt.
Wir sind angekommen um... so zwischen 13:00 und 14:00, gkaub ich, und es war bereits proppe voll. Jaja, Dir en grey hat viele Fans, ne. Viele ausländische auch...
Aber, wie der Name schon sagt, steht in der nähe auch das Osaka-jo (nach dem die Halle natürlich benannt ist) und das hatte ich mir noch nicht angeschaut, also der perfekte Zeitvertreib bis zum Einlass.
Wir machten uns auf den Weg und trafen zuerst auf einen dicken schwarzen Kater, dann auf einen Mann und einen Kakadu (er hat mich zum Onii-chan auserkoren. na sowas) und standen schließlich vor dem Schloß. Geschlossen, stand da auf nem Schild. Mist!
Aaaber! Vermutlich spannender als das Schloß selbst war am Ende die Aufführung von Eddy! (wieso er Eddy hieß hab ich nicht irgendwie nicht verstanden). Es war ein... ja... 40-60jähriger Mann - schwer zu sagen bei den Japanern - in traditioneller Tracht und mit lauter Kreiseln. Und natürlich waren seine Kunsstücke beeindruckend, aber nichts was man nicht bereits so ähnlich gesehen hatte, aber es war seine gesamte Art, sein Charisma, sein Humor, sein Elan mit dem er auftrat. Es hat sehr viel Spaß gemacht, auf jeden Fall. Und es hat vor allem die Zeit gut vertrieben.



Wir haben das Jahr der Kuh. Nur damit ihr's wisst. Muuuh.




Das Osaka-jo




Das Eddy



Und hier auch nochmal


Wir gingen wieder zurück und wollten eigentlich noch was Essen vor dem Konzert, doch zu unserer Verwunderung bildete sich schon eine ewig lange Schlange vor der Halle.
"Huch, wofür stehen die denn an?!", haben wir uns gefragt, bis wir schließlich feststellten, dass die Schlange zum Merchandise Stand führt. Und da wir (ich zumindest) Merchandise süchtig bin haben wir uns hinten angestellt.
Zum Glück giing es recht schnell voran, doch zu meinem Bedauern waren die T-Shirts schon ausverkauft. So n Scheiß.
Doch während ich da stand und mich ärgerte schaute ich nach rechts, und wer stand da neben mir?! Das deutsche Mädel und ihre Mutter vom Merry Konzert.
Aaaaaah, ich werde gestalkt!
Mja, mit nicht ganz leeren Händen verließen wir das Gelände wieder um endlich was essen zu gehen. Die Idee hatten natürlich auch andere, sodass die Einkaufspassage in der Nähe gut besucht war und ich irgendwann aufgab auf Toilette zu gehen. (WTF?! japanische Männer sind offenbar doch weiblicher als ich meistens wahrhaben möchte...)
Nach dem Essen ging's dann wieder zur Halle zurück und kurz darauf fing der Einlass an. Wir fanden unsere Plätze, stellten fest, dass wir verdammt weit von der Bühne entfernt waren (Stadium Größe, ne), und nachdem auch die letzten Fans sich eingefunden hatten, ging es los.
Wie bereits vermutet konnte man leider nicht viel ausmachen. Das heißt, man hat sie erkannt, man konnte die Bewegungen nachverfolgen, aber ein Dämon hätte über nacht ihre Gesichter klauen können, ich hätte es nicht bemerkt.
Dafür war die Licht- und Bildershow wirklich beeindrucken. Und Kyo konnte singen (ich glaube, der 12 Stunden flug nach Europa bekommt seiner Stimme nicht).
Faszinierend war auch das Publikum und ich konnte es nicht lassen, Vergleiche mit den Nazis zu ziehen... Ein kleiner Mann steht vorne auf einer Bühne, krächzt irgendwas unverständliches ins Micro und die Menge jubelt, bewegt sich militärisch im Gleichschritt (jetzt im Ernst, ein Meer aus Fäusten, die sich im selben Rhythmus bewegen...) lol. Ist nicht bös gemeint.
Irgendwann nach der zweiten Hälfte tauchten dann auf den oberen Bildschirmen live Projektionen der Band auf, sodass auch wir auf den hinteren Reihen endlich mehr erkennen konnten. Hätten sie aber ruhig früher machen können.
Ah, aber insgesamt war es ein tolles Konzert. Und recht lang, glaub ich. Die haben viele gute Songs gespielt (das neue Album kam gut rüber) und ich glaube für jeden überraschend: ain't afraid to die. Das ist ja fast schon ein Klassiker. Sie spielen nur noch selten was von vor "six UGLY". Hm... aber war das eigentlich Teil des Akustik-Parts? (erstaunlich eigentlich, dass heutzutage jeder einen Akustik-Part einbauen muss. ist schrecklich populär geworden... nicht dass es mich stört. ich liebe Akustik)


Am nächsten Tag hatten wir dann verabredet nach Nanba zu fahren. Schon allein weil dort das Nanba Hatch steht, für das wir am Abend Tickets hatten.
Auf Wunsch ging es nach Amemura. Das heißt, hauptsächlich in Geschäfte.
Anschließend waren wir noch was essen und dann ging's zur Konzert Location.
Wiedermal standen die Leute bereits Schlange und wir stellten uns mit an um wenigstens diesmal ein T-Shirt zu ergattern. Doch nach etwa 15-30min hieß es plötzlich: Merchandise Verkauf ist zu Ende!
Ja... lag wohl daran, dass der Einlass bald anfangen sollte, und der Stand im Weg stand(eh...) Doch nichts mit "gleich". Es dauerte ne halbe Ewigkeit mit viel Chaos bis die ersten Leute rein gelassen wurden und nochmal viel länger, bis wir schließlich drin waren. Und es war SAU kalt draußen. Es war ein großes Zittern. Ja... ne Runde Gruppenkuscheln wär nicht schlecht gewesen. Auch in Anbetracht einiger recht attraktiven Fan Exemplaren... (ach, und wo wir schon beim Thema Fans sind: mit Ausnahme einer vermuteten Russin, waren wir die einzigen Ausländer dort. was man uns durch intensives Glotzen offenbar bewusst zu machen versuchte)
Endlich drin entdeckte ich wieder den Merchandise Stand, der an einer anderen Stelle offenbar neu aufgebaut worden war. Doch nach kurzem "auschecken" der Lage, entschied ich mich gegen die über mehrere Etagen verlaufende Schlange und wir fanden uns schließlich im Saal wieder. Nicht so viel später fing das Konzert endlich an. (19:30 etwa. mit einer Stunde Verspätung. wenn ich mich recht erinnere)
Jaaa... was soll ich sagen?! Kiyoharu (hatte ich bereits gesagt, dass es sein Konzert war, das wir besuchten?! ich glaube nicht...) hat ne wirklich geile Stimme. Und das sogar live. Was man nicht von allen Sängern behaupten kann. Ich war wirklich beeindruckt.
Es wurden viele gute Songs gespielt (darunter seine erste Single "Emily", bei der das gesamte Publikum (bis auf mir) mitgesungen hat, dem Sads Cover "Feeling High & Satisfied" (einer meiner ganz persönlichen Favoriten) und es gab auch hier einen Akustik Part (allerdings hat er auch kürzlich zwei akustik Alben rausgebracht). Ferner gab es eine richtige Pause. 20min lang vielleicht, und ich konnte endlich Merchandise ergattern (aber auch diesmal kein T-Shirt...).
Und, ja, Kiyo hat gerockt. Über 4! Stunden lang. Bis kurz vor Mitternacht. Naja, das heißt... er hat nicht die ganze Zeit gerockt. Irgendwann zwischen 22:30 und 23:00 fing er an zu reden. Und er hörte nicht auf. Das ging etwa ne halbe Stunde so, und er quatschte darüber, dass er ja eigenlich keine Pläne für Neujahr hätte, fragte seine Band was die denn vorhätten bla bla bla.(zwischenzeitig tat dann auch sein Auge weh...) Zugegeben, es wurde nach ner Weile recht langweilig. Aber wahrscheinlich brauchte er einfach ne ausgiebige Zigaretten Pause. Ich hab das Gefühl er hat im Laufe eines Abends mindesten ne Packung geraucht und davon... 5(?) während seines Plauderstündchens...
Aber nichts desto trotz, es war ein toller Abend und sehr schöne Weihnachtsferien.

Samstag, 1. November 2008

Ich bekenne Farbe.

Umeda ist meine zweite (eh... dritte, nein, vierte) Heimat. Oder so kommt es mir mittlerweile vor.
Ich war gestern zum gefühlten 100. Mal in Umeda (das ist teuer >_<), weil ich zum Zahnarzt musste. Die Heilung verläuft recht gut (juhuu, keine OP!) und zum Glück habe ich ja keine Schmerzen. Das heißt, ich gehe fast schon gerne hin. Aber ich finde die ganze "Klinik" auch so sympathisch. Erstens besteht das Personal aus genau zwei Leuten. Dem Arzt und seiner kombinierten Assistentin und Sprechstunden Hilfe, die, im Gegensatz zu ihm, kein bisschen Englisch spricht und zur Not einfache Sätze aus einer vorgefertigten Liste raussucht.
Zweitens wurde ich von Ono-sensei diesmal mit "Guten Tag" begrüßt. Ich glaube, das ist die deutsche Phrase, die jeder Japaner irgendwann lernt. "Tschüss" hat er am Ende übrigens auch gesagt. Er war bisher überhaupt sehr freundlich.
Drittens gibt es eine Sache, die ich schon immer an Zahnarzt Besuchen gemocht hab. Man kann ihnen total ungeniert in die Augen starren. Und ich tu das doch so gern. Außerdem haben Japaner für gewöhnlich auch noch so schöne Augen.

Tja, auf jeden Fall hatte ich mir vorgenommen nach dem Zahnarzt meine Suche nach einer warmen Winterjacke fortzusetzen. Ich bin also ein bisschen durch die Gegend gelaufen, durch verschieden Geschäfte und habe wieder mal festgestellt: Die Japaner haben zu viel Geld (oder ich lauf einfach in der falschen Gegend rum. Um mich nach dem ersten Desaster etwas zu beruhigen (von wegen "Das ist aber ne schöne Jacke. Hm... sieht hier auch nicht so teuer aus" *nach Preisschild such* "Wie 42000 nochwas?! Wollt ihr mich verarschen. Die is ja noch teurer als die letzte!!") bin ich kurz zu Tower Records rein. Hab aber nix gekauft. (Platten- und Buchläden haben einfach sowas Beruhigendes an sich) Danach bin ich dann zielstrebig zu diesem einen Schuhladen, weil ich mich nach einiger Überlegung entschieden hatte, die Schuhe zu kaufen, die ich da neulich gesehen hatte.
Ürsprünglich wollte ich sie ja in rot, aber da mir 5 1/2 nunmal nicht passt hab ich sie stattdessen in grau gekauft. Aber ich frage mich, wer behauptet Converse Schuhe würden groß ausfallen. Ich hatte noch nie Schuhe in 9 1/2 US Size.
Egal. Nebenan gab's n kleinen Laden mit Jacken. Schienen auch nicht ganz so teuer. Also bin ich rein, und nach ner Weile umschauen und mit dem Verkäufer sprechen hab ich dann tatsächlich ne Winterjacke gefunden, die mir auch gefiel. Und jetzt kommt's. N Preis hab ich nicht gefunden, also nachgefragt, und Qai ist ja bereits leicht paranoid und kuckte erschrocken bei 19800 Yen. Das war sogar mit 5% Rabatt. Dachte mir aber "wenigstens 10.000 günstiger als die letzte" und ich wollte endlich für die kalte Jahreszeit gewappnet sein. Auch wenn es hier noch längst nicht so kalt ist. Man (das heißt wir Gaijin. nicht die Japaner) rennt ja teilweise noch in T-Shirt rum. Aber ich hab ja keinerlei Erfahrung, wie schnell der Wechsel hier verläuft. Keine Winterjacke besitzen macht mich nervös (Nervös König. lol. aber das ist ne andere Geschichte). Zum Glück konnte ich im Nachhinein aber noch abklären, dass der Preis oke ist (jaja, wenn man von den Eltern finanziell abhängig ist...)
Naja, zuletzt noch bei Matsuya rein (Bibindon!! ich liebe dieses Zeug. und ich musste ja was essen wegen der Antibiotika) und dann nach Hause.
Eigentlich fehlen mir jetzt nur noch neue (kürzere und schmalere Hosen).
Und ja, ich bin mir völlig bewusst, dass ich eben wie ein totales Fashion Victim geklungen habe. Whatever. Hab ja ein Klischee, das ich erfüllen muss *lach*

Jetzt aber zum eigentlichen Thema. Heute war das nil Konzert. Und ich bin natürlich hin (sonst wär die Karte ja verschwendet gewesen).
Ich war etwas früh da. Man weiß ja nicht, wie schnell man's findet. Und eigentlich möchte man sich ja auch einen guten Platz sichern. Deswegen früher zu kommen, hätte ich mir allerdings sparen können. Dazu aber später mehr.
Ich bin angekommen, und außer mir stand noch ein Mädchen da, kurz darauf kam dann eine nicht mehr ganz so junge Frau. Nicht alt, aber auch nicht das, was ich normaleweise auf einem Rockkonzert erwarte. Als sie dann nach einer Weile jeweils zu uns beiden hinkam, fragte ob wir nil Fans sein und uns bei Bejahen einen Windbeutel schenkte (auch Schuhcreme genannt...) fing ich an zu überlegen, ob das vielleicht eine Mutter einer der Band Mitglieder war. Diesen Gedanken verwarf ich allerdings schnell wieder als mir einfiel, dass die auch nicht grade die Jüngsten sind. Und so alt sah sie nun auch wieder nicht aus. Vielleicht also ne Ehefrau. Oder ne Schwester. Oder einfach mal ein etwas älterer Fan. Wieso auch nicht.
Aber man ja hat ja beim Warten sonst nichts zu tun außer sich über Belangloses zu wundern. Also machte ich da weiter, wo ich aufgehört hatte. Inzwischen waren ein paar mehr Fans angekommen und mir fiel auf, dass ich in doppelter Hinsicht eine Minorität bildete. Ich war nicht nur einziger Gaijin (was mich nicht wirklich gewundert hat) ich war auch einer von nur drei Männern. Na sowas. Eigentlich hätte ich mit ein paar mehr gerechnet (später im Saal hab ich dann auch noch einige gesehen. aber viele waren's wirklich nicht)
Naja, der Einlass rückte näher und irgendwann kam eine Frau raus und rief einen Schwall japanischer Wörter in die Menge. Ich hab nur irgendwas verstanden von wegen "Leute mit Tickets zuerst" und hab mich dann gleich hingestellt, bis sie verwundert auf mein Ticket gestarrt hat und mir erklärt hat, es geht nach Nummern Reihenfolge. Aha! Das hatte sie also gesagt.
Naja, gut, ich hatte die 125. Hat also ne Weile gedauert, auch wenn einige der zwischenzeitlichen Nummern wohl noch nicht da waren.
War aber auch nicht wirklich schlimm. Der Club war eh nicht recht groß und voll auch noch nicht. Also bin ich zuerst seelenruhig zum Merchandise Stand und hab mir Buttons (ich brauch mehr davon!), die CD, die ich schon seit langem haben wollte, die es aber nur bei Konzerten zu kaufen gibt, sowie, wie kann es anders sein, ein T-Shirt gekauft:




Ich bekenne Farbe, wie gesagt. (aber ich glaub, ich mach noch n besseres Foto. der Spiegel ist ja doch recht verschmiert...)


Zurück zum Konzert. Ich hatte mich auf so ne erhöhte Stufe gestellt, hatte von da ne sehr gute Sicht, und, wie soll ich sagen, das Konzert war einfach geil!
Richtig abgegangen bin ich zwar nicht (ich hatte die Wahl zwischen sehen und in die Meute zu springen, aber da die Meute nicht so groß war und keiner wirklich gepogt hat, entschied ich mich für's sehen), aber es hat wirklich viel Spaß gemacht. Tetsu, der Sänger, hat gut mit dem Publikum kommuniziert, Witze gerissen, die ich leider nicht immer ganz verstanden habe (fand's trotzdem lustig ^^) und geschwitzt wie ein Schwein. Meine Fresse, es geht nicht nur mir so. Kaum war er auf der Bühne, schon "SPLOSH!!"
Mein Lob außerdem an den Bassisten für seinen durchtrainiert sehnigen Oberkörper, den er zurecht gezeigt hat (versteht mich nicht falsch. mein Typ war er nicht. er verdient einfach nur ein Lob).
Naja, was soll ich sagen, es hat wirklich viel Spaß gemacht, sie haben eine Menge guter Songs gespielt (unter anderem "Emergency Chords". ein persönlicher Favorit. wusste ich aber bereits vorher, dass sie den spielen würden. man hat beim Warten nämlich hin und wieder was von den Rehearsals gehört) und das Publikum zu beobachten war auch interessant. Erstens sind japanische Fans koordinierter. Es gibt fast schon kleine Choreograhpien (aber keine ParaPara in diesem Fall) und man tut sich als Europäer etwas schwer da reinzufinden. Zweitens gibt es manche Fans, die einfach nur lustig sind in ihrem Verhalten. Ein Mädchen zB das immer so wirkte als wolle sie den anderen ganz aufgeregt mit überstreckten Arm und Fingern irgendetwas oben an der Decke zeigen. Es wirkte leicht steif, sagen wir's mal so. Aber sie schien ihren Spaß zu haben.
Und dann waren da noch die kleinen Kinder. 2-4 Jahre, so um den Dreh, die irgendwann bei Tetsus Gelabere dazwischen gequasselt und viel Gelächter hervorgerufen haben.
Das beste aber war ein Mädchen, dessen T-Shirt ich nach dem Konzert bewundert habe. "Nervös König" stand da drauf. Ich weiß ja nicht, ob das einfach war um besonders "Heavy Mental" zu sein (so von wegen "Du hast nur ein Umlaut?! Ha! Ich hab zwei!!") oder ob das tatsächlich einen Sinn ergeben sollte, aber! Ich will auch so eins!!
Insgesamt auf jeden Fall ein gelungener Tag.

Tja, eigentlich sollte hier noch ein Foto vom Eingang des Shangri-La (der Location) rein, aber das ist auf meinem Handy und ich muss erstmal herausfinden, wie ich das von da auf meinen Labtop bringen.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Ginnan Sai - Das Uni Fest (oder: Ich bin doch kein Zirkuspferd!)

Heute war der erste Tag des Uni Festes.

Wir waren vorher noch beim Rathaus gewesen (ab heute kann ich mich offiziell als Alien ausweisen) und kamen so gegen 2 auf dem Uni Gelände an.


Erstmal ging jeder so seine Wege. Was aus einem Grund vielleicht keine so gute Idee war. Denn wie heißt es so schön?! Zusammen sind wir stark.
Das Problem ist erstens: Bei einem solchen Uni Fest besteht mindestens ein Drittel der Stände aus Fressalien und alle versuchen gleichzeitig möglichst viel zu verkaufen um Geld für ihren Club, Circle oder was auch immer einzutreiben.
2. Fällt man als Gaijin (Ausländer) extrem auf und wird quasi von allen Seiten belagert. Erstmal nur kucken is da nich!

"Ato de - nachher" so hatte ich mich einmal rausgewunden und sonst die meiste Zeit einfach versucht jeglichen Augenkontakt zu vermeiden. Aber irgendwann versagt auch die stärkste Waffe und wenn jemand sich direkt vor mir stellt wie eine Barrikade und versucht mir Takoyaki zu verkaufen, wer bin ich da nein zu sagen?! Die Takoyaki hab ich also gegessen und mit angeregten Appetit (die Portion war doch recht dürftig) wollte ich dann zu dem Yaki Udon (gebratene Nudeln) Stand zurück.
Doch Pustekuchen. Fast an meinem Ziel spricht mich so ein Mädel an: "Do you like music?!" Was für ne Frage. Klar! Sie erzählt mir, dass oben über der Mensa grad so ein kleines Live Event läuft, es sei zwar die letzte Band, aber ob ich nicht Lust hätte mir das anzuschauen?!

Also bin ich mit. Gratis Musik, da sag ich auch nicht nein. Und tatsächlich klang das gar nicht mal so schlecht. Hab nur blöderweise nicht wirklich mitbekommen, wie die Band hieß. Saa... ich hätte sie fragen sollen. Wir standen nämlich nachher noch ne Weile und haben uns unterhalten (während ich, wie versprochen, meine Yaki Udon gegessen hab). So das Übliche; wo ich herkomme, was ich mache, was ich noch so vorhab... und während wir da standen, kamen Leute vorbei, stellten sich kurz vor, verschwanden dann wieder, dann kamen andere, blieben etwas länger, noch jemand kam zu, fragte die anderen auf Japanisch über mich aus (ich hatte das Gefühl, DIE Attraktion schlechthin zu sein), bis einer von ihnen ihm sagte, ich verstehe auch Japanisch. Das war ihm dann etwas peinlich. Ich so: Macht nix, macht nix. Ich hör eh nicht so gut.
Jaja, und irgendwann während des Gespräches kam die obligatorische Frage: Spielst du in ner Band?!
Nach einigen enttäuschten Gesichtern zuvor habe ich diesmal einfach behauptet (und werd es auch in Zukunft tun), ich hätte zumindest mal in einer gesungen (also falls mal jemand fragt; in der High School, ne), da blamier ich mich dann auch nicht, sollte mir jemand mal ne Gitarre vorsetzen und mich bitten zu spielen >_<
Und ansonsten, wow, ich wurde zum ersten Mal nach Vorhandensein einer Freundin gefragt.


Naja, nach einer Weile trennten sich unsere Wege wieder und ich machte mich auf die Suche nach meiner vorherigen Begleitung. Fast da, schon gespottet, wurde ich auf den letzten Metern nochmal abgefangen, diesmal für pikante Crepes. Die Leute waren sympathisch, der Crepe kostete nur 150... und ich hatte keinen Hunger. Trotzdem einen gekauft um ihn dann gleich an jemand anderes weiterzugeben.
Nach einer Weile (einer sehr kurzen Weile) zu zweit, stießen wir dann auf den Rest der Meute, teilten uns wieder auf und ich merkte schnell, wie gesagt: In der Gruppe sind wir stark.
Man fällt zwar noch mehr auf als wenn alleine, dafür lässt sich das Essen aber auch auf mehr Menschen verteilen. Yokatta!!
Wir sind ne Zeit lang rumgerannt, irgendwann hab ich mich dann wieder von den anderen gelöst um mir die Musiker auf der Hauptbühne anzuschauen und zuletzt, nach einem Abstecher zum Street Dance Auftritt, bin ich dann nach Hause.

Insgesamt war es ganz interessant, vor allem wegen der Leute, die ich kennen gelernt habe, aber wirklich das Wahre war es nun auch nicht.


Das Bild des Tages: